Einführung in die antike Willensfreiheitsdebatte

Eine Einführung in die antike Willensfreiheitsdebatte

Proseminar Dr. des Andree Hahmann

Das Problem der menschlichen Willensfreiheit oder auch Determinismusproblem gehört zu den am heftigsten umkämpften philosophischen Problemen. Gerade in den letzten Jahren ist die Diskussion durch Fortschritte in den Einzelwissenschaften erneut angefacht worden. Dabei ist und bleibt es wahrscheinlich auch vorerst ungeklärt, was wir eigentlich unter Determinismus zu verstehen haben. Henrik Walter hat in seinem Buch Neurophilosophie der Willensfreiheit: Von libertarischen Illusionen zum Konzept natürlicher Autonomie (Paderborn 1999, S.18) einige der dringendsten Fragen zusammengestellt, die mit dem Problem verbunden sind: Kann in einer determinierten Welt ein Begriff der Möglichkeit etabliert werden, der nicht mit dem zusammenfällt, was tatsächlich ist? Wie sieht eine echte Gelegen-heit sub specie aeternitatis aus? Kann vernünftiges Handeln indeterminiert sein? Wie kann eine Person Urheber ihrer Entscheidungen sein und nicht lediglich der Ort der Summierung externer Einflüsse? Wie können wir der Intuition, dass wir nur dann für etwas verantwortlich sind, wenn wir anders handeln konnten, einen Sinn abgewinnen? Wie ist das Abhängigkeitsverhältnis von Willensfreiheit und moralischer Verantwortlichkeit? Lässt sich persönliche Zurechnung rechtfertigen? Kann eine Person willentlich Böses tun? Was sind willentliche Verrichtungen? Was ist Selbstkontrolle? Was hätte es für Folgen, wenn es keine Willensfreiheit gäbe? Die Fragen sollen als Leitfaden dienen, an dem wir uns im Seminar orientieren wollen. Beginnen will ich mit einer kurzen Begriffsklärung, die sich an modernen Positionen und Fragestellungen orientiert und somit versucht, einen aktuellen Stand der Diskussion wiederzugeben, bevor dann die antike Debatte der Willensfreiheit, und zwar insbesondere die hellenistische Diskussion behandelt wird.

Laufzeit: 15.04.2007 - 15.07.2007
Zeiten: Do 16-18 Uhr
Ort: Universität Siegen