Aktuelles

Anthropologie in der Klassischen Deutschen Philosophie

Häufig wird die These vertreten, dass in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der Epoche der Klassischen Deutschen Philosophie, die Lehre vom Menschen von untergeordneter Bedeutung gewesen sei. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hingegen – so die Vertreter dieser These – habe eine radikale Wende in der Geschichte der Philosophie stattgefunden: Die Philosophen wandten sich von den für die Klassische Deutsche Philosophie charakteristischen Systementwürfen ab und rückten stattdessen den Menschen ins Zentrum ihres Denkens.

Der Tagung liegt die Annahme zugrunde, dass in der Klassischen Deutschen Philosophie der Mensch sehr wohl im Mittelpunkt philosophischer Überlegungen stand. Man denke nur an Kants berühmte vierte Frage „Was ist der Mensch?“, in der alle anderen Fragen der Philosophie – „Was kann ich wissen?“, „Was soll ich tun?“ und „Was darf ich hoffen?“ – zusammenlaufen. Für Kant fundiert die Anthropologie letztlich die ganze Philosophie. Des Weiteren wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer neue Kenntnisse sowohl über die menschliche Biologie, Anatomie und Physiologie als auch über fremde Völker, Sprachen und Sitten gewonnen. Diese neu gewonnenen empirischen Kenntnisse wurden von Kant und seinen Nachfolgern interessiert aufgegriffen und philosophisch verarbeitet. Auf die Frage, wie der Mensch zu bestimmen sei, erhalten wir von ihnen die unterschiedlichsten Antworten, die sich im Rahmen von Natur, Kultur, Gesellschaft, Kunst und Religion bewegen.

Den Call for Papers und weitere Informationen finden Sie hier.

7. Juni 2017