Kultur- / Geschichtsphilosophie

1. Allgemeine Beschreibung

Die Kulturphilosophie beschäftigt sich generell mit den kulturellen Leistungen des Menschen wie Sprache, Schrift, Religion, Mythos, Ethik, Technik und Wissenschaften. Sie entstammt vor allem der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einflussreichen kulturphilosophischen Bewegung, die aus dem Neukantianismus, dem Historismus und der Lebensphilosophie hervorgegangen war. Im engen Zusammenhang damit stehen die philosophische Anthropologie und die Geschichtsphilosophie. Letztere hinterfragt die Geschichte auf Sinn, Ziel und Gesetzmäßigkeit sowie als Philosophie der Geschichtswissenschaften die Möglichkeitsbedingungen derselben. Der eigentliche Begründer der Geschichtsphilosophie ist Hegel (1770-1831), der in seinem System die von Lessing getrennten Bereiche der Vernunfterkenntnis und der Geschichte vereinen wollte. Die linkshegelianischen Geschichtsphilosophien (z.B. der Marxismus) hatten starken politischen Einfluss im 20. Jahrhundert und noch die philosophischen Positionen der Kritischen Theorie von Adorno (1903-1969) und Horkheimer (1895-1973) sowie des frühen Habermas (1929) wurden dadurch bestimmt, dass die Befreiung des Menschen aus Zwang und Entfremdung als höchster Wert festgesetzt wurde. Als erkannt angesetzten Geschichtsgesetze stehen sind auch im Zusammenhang mit der Ideologie-Problematik zu sehen, insofern sie den Menschen noch unter ein anderes Sollensgesetz stellen als das moralische. Nach Hannah Arendt (1906-1975) sind solche Gesetze Ansatzpunkt für totalitäre Ideologien, aus der sie die Legitimationen für ihre politischen Zwecke ableiten. Denn sie machte die sakrosankte Unterscheidung zwischen einem *richtigen und einen falschen Bewusstsein möglich, die sogar den Anspruch auf kritische Prüfung und rationale Erklärung der Wirklichkeit einschränken konnte. Diese Problematik war ein Grund, warum z.B. die Debatte zwischen Kritischer Theorie und Kritischem Rationalismus im so genannten Positivismusstreit mündete, der nach wie vor als dilemmatisch gilt.

2. Ansätze und Positionen der Transzendentalphilosophie

3. Offene Diskussionen, Problempunkte, Dilemmata und Desiderate