Naturphilosophie

1. Allgemeine Beschreibung

Naturphilosophie bezeichnet ursprünglich jene Disziplinen, deren Gegenstand die Natur ist, und die besonderen empirischen oder begrifflichen Bedingungen, unter denen Natur erkannt werden kann. Naturphilosophie bzw. Physik bildete in der stoisch-aristotelischen Einteilung zusammen mit Ethik und Logik die drei Grunddisziplinen der Philosophie. Spinoza (1632-1677) und auf ihm aufbauend Schelling (1775-1854) identifizieren Gott und die Natur und geben damit der Naturphilosophie eine fundamentale grundlegungstheoretische Bedeutung. Diese Konzeption hat allerdings ihre Schwierigkeit darin, dass die eigene philosophierende Position, die den Grund der Wirklichkeit in der Natur (natura naturans) gefunden zu haben beansprucht, erkenntnistheoretisch dahingehend abzusichern ist, dass eine Naturphilosophie eben auch nur eine freie Theoriebildung darstellt. Dabei handelt es sich bei diesen naturphilosophischen Ansätzen meist um erkenntnistheoretische Realismen, mit den entsprechenden theoretischen und praktischen Schwierigkeiten. Im Laufe des 19. Jahrhunderts – nachdem allem Anschein nach die idealistischen Entwürfe kein sicheres Fundament hatten – haben sich die empirischen Naturwissenschaften von der Philosophie getrennt und verfolgen nun eigenständig die experimentelle Erforschung der Natur.

2. Ansätze und Positionen der Transzendentalphilosophie

Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass dem transzendentalphilosophischen Ansatz auch bei der Erforschung der epistemologischen Grundlagen der empirischen Erkenntniseinstellung der Naturwissenschaften wieder Auftrieb verleihen kann, indem sich auf epistemologischer Ebene für zahlreiche naturwissenschaftliche Paradoxien wie z.B. der Unschärferelation, den chaotischen Systemen oder dem Zufall in der Natur philosophische Lösungsmöglichkeiten ergeben.

3. Offene Diskussionen, Problempunkte, Dilemmata und Desiderate