Theorie der Affekte

1. Allgemeine Beschreibung

Die Theorie der Affekte ist ein ursprünglich im Rationalismus z.B. bei Descartes (1596-1650) und Spinoza (1632-1677) unternommener Versuch, zwischen der Praktischen und der Theoretischen Philosophie noch im inneren Sinn bzw. der praktischen Rezeptivität des seelischen Lebens des Menschen (Gefühle, Leidenschaften und Emotionen) einen rationalen Gesetzeszusammenhang nachzuweisen. Dadurch sollten bestimmte Gefühle wie beispielsweise Angst, Erfüllung oder Verzweiflung rational begründet und erklärt werden. Auch im Deutschen Idealismus wird dieses Thema auf Basis eine weniger rationalistischen Hintergrundtheorie, z.B. in Kants (1724-1804) Rezeptionsästhetik oder Fichtes (1762-1814) Standpunktelehre, wiederaufgegriffen; zuletzt hat Max Scheler (1874-1928) auf den Voraussetzungen des werttheoretischen Ansatzes der Phänomenologie versucht, eine umfassende Topologie des Gefühlslebens zu entwerfen. Voraussetzung für den Versuch einer Theorie der Affekte ist ein starker Vernunftbegriff, der selbst noch die unbewussten und triebhaften Regungen des Menschen bestimmen kann. Heute wird das seelische Leben vor allem als kultur- und geschichtsrelativ betrachtet bzw. evolutionstheoretisch erklärt, die empirische Psychologie bzw. die unterschiedlichen Psychotherapien beanspruchen grundsätzlich nicht mehr, das seelische Leben rational durchgreifend aus einem Prinzip erklären zu können. Es finden sich aber bei Freud (1856-1939) und seinen Nachfolgern immer wieder Überlegungen zur Erklärung des menschlichen Gefühlslebens.

2. Ansätze und Positionen der Transzendentalphilosophie

Standpunktlehre Fichtes

3. Offene Diskussionen, Problempunkte, Dilemmata und Desiderate

Das Unbewusste

Emotionen und Rationalität