Stellung des Menschen
Die Stellung des Menschen im naturwissenschaftlich-technischen Zeitalter – Transzendentalphilosophie und Szientismus
Im Licht der modernen Naturwissenschaften scheinen zahlreiche Fragen der Philosophie erledigt
zu sein. Vielfach sind genuin philosophische Fragestellungen berührt. Darunter fallen
neben theoretischen Feldern, wie z. B. der Wahrnehmung und dem Wissen, auch handlungstheoretische
und ethische Kategorien, wie die der Person und damit Anerkennung, Verantwortung
und nicht zuletzt die (Willens-)Freiheit. Die Komplexität und Vielschichtigkeit der
menschlichen Lebenswirklichkeit stellt aber auch an wissenschaftliche Unternehmungen besondere
Herausforderungen. Das seit geraumer Zeit vorherrschende naturwissenschaftlichtechnische
Paradigma kann daher umgekehrt befragt werden, inwiefern es dieser Komplexität
gerecht werden kann. Um nicht komplexe Fragen vorschnell in einseitige Reduktionismen
aufzulösen, gilt es, die genannten theoretischen und praktischen Kategorien kritisch und unvoreingenommen
mit Blick auf die Ansprüche der modernen Naturwissenschaften einerseits
und auf ein aufgeklärtes philosophische Selbstverständnis des Menschen andererseits zu untersuchen.
Studierende aller Richtungen, die sich kritisch oder konstruktiv mit den naturalistischen Herausforderungen
an ein zeitgemäßes Bild des Menschen auseinandersetzen, sind aufgerufen,
sich im direkten Gespräch mit ausgewiesenen Dozenten in Form eigener Beiträge und Ideen
zu beteiligen.
Der Sommerkurs richtet sich an internationale Studierende, Doktoranden und Postdocs und
wird begleitet von ausgewiesenen Dozenten. Im Mittelpunkt wird die offene kritische Diskussion
stehen. Die Erarbeitung einer selbständigen Position ist daher erklärtes Ziel des Kurses.


