6. Arbeitstagung Ich – Du – Er, Sie, Es

Ich – Du – Er, Sie, Es Subjekt und Gehirn – Mensch und Natur

Im Licht der modernen Naturwissenschaften scheinen sich zahlreiche Fragen der Philosophie erledigt zu haben. Vielfach sind davon genuin philosophische Fragestellungen berührt. Darunter fallen neben theoretischen Feldern, wie z. B. der Wahrnehmung und dem Wissen, auch handlungstheoretische und ethische Kategorien, wie die der Person und deren Anerkennungsverhältnisse, die der Verantwortung und nicht zuletzt der (Willens-)Freiheit. Die Komplexität und Vielschichtigkeit der menschlichen Lebenswirklichkeit stellt aber auch an wissenschaftliche Unternehmungen besondere Herausforderungen. Das seit geraumer Zeit vorherrschende naturwissenschaftlich-technische Paradigma kann daher auch umgekehrt befragt werden, inwiefern es dieser Komplexität gerecht werden kann. Um nicht vielschichtige Fragen vorschnell in einseitige Reduktionismen aufzulösen, gilt es, die genannten theoretischen und praktischen Kategorien kritisch und unvoreingenommen mit Blick auf die Ansprüche der modernen Naturwissenschaften einerseits und auf ein aufgeklärtes philosophisches Selbstver-ständnis des Menschen andererseits zu untersuchen.
Zentraler Ansatzpunkt für die laufende Diskussion um die Stellung des Menschen und insbesondere seine Personalität sind dabei häufig die personalen Perspektiven. Positionen in den vergangenen und zeitgenössischen Debatten thematisieren den epistemischen und ontologischen Status der Subjektivität, des phänomenalen Erlebens und den Begriff der Person mit den daran hängenden praktischen Implikationen häufig ausgehend vom Verhältnis der Per-sonenperspektiven. Die gesamte theoretische und praktische Bandbreite der Diskussion um den Menschen als Subjekt und als Person lässt sich mit dem Topos der personalen Perspektiven systematisch aufschließen: Im Ich tritt die Person als Subjekt des Denkens, Fühlens und Handelns in den Vordergrund. In der dritten Person des Er, Sie und Es wird die Person verobjektiviert und epistemischer Gegenstand. Das Du wiederum eröffnet die interpersonale Dimension und damit den wechselseitigen Bezug zweier Subjekte. Dieser grundlegende Topos bildet die systematische Folie für das diesjährige Thema der Arbeitstagung, das die Referenten aus unterschiedlichen historischen und systematischen Perspektiven bearbeiten.

Laufzeit: 21.02.2008 - 23.02.2008
Ort: TU Berlin