Projektives Bewusstsein

Projektives Bewusstsein. Th. Metzingers Selbstmodelltheorie und J.G. Fichtes Wissenschaftslehre

Das Ziel des Dissertationsprojektes besteht in einer methodenkritischen Diskussion des Verfahrens der Objektivation, so wie dieses insbesondere in naturalistisch geprägten Erklärungsansätzen des Bewusstseins zum Zuge kommt. Geprüft werden soll, inwiefern eine einseitig reduktionistische Verfahrensweise keine gültige Erklärung des Bewusstseins liefert. Diese kritische Bestandsaufnahme bildet den Ausgangspunkt für die Entwicklung einer idealrealistischen Dialektik.

In kritischer Auseinandersetzung mit der (analytischen) Philosophie des Geistes wird anhand der Kritik einiger wesentlicher Grundbegriffe der grundlegende methodologische Rahmen gegenwärtiger Bewussteinsphilosophie in Frage gestellt. Aus einer immanenten Kritik, insbesondere des selbstmodelltheoretischen Ansatzes Thomas Metzingers, wird deutlich, dass objektivierende Verfahren nicht in der Lage sind, die selbstbezügliche Struktur des Bewusstseins adäquat zu thematisieren. Die darin liegende methodologische Problemstellung bildet ihrerseits den Ansatzpunkt für eine auf Johann Gottlieb Fichte zurückgehende idealrealistische Dialektik des Bewusstseins, die es erlaubt, sowohl der idealen Bestimmbarkeit als auch der realen Abhängigkeit des mensachlichen Bewusstseins gerecht zu werden. Es wird gezeiǵt, dass kognitionswissenschaftliche Resultate vor dem Hintergrund einer solchen Dialektik angemessener interpretiert werden können.

Laufzeit: 1.04.2006 - 17.04.2012
Förderung: Berliner Graduiertenförderung 2007-2009 (NaFoeG)