Fortschritt als Signatur der Neuzeit

Fortschritt als Signatur der Neuzeit

Tagung Prof. Dr. Christoph Asmuth, Vincent Heßling, Simon Gabriel Neuffer

Der Begriff ›Fortschritt‹ ist allgegenwärtig, sei es als Forderung oder als Gegenstand der Kritik: Vom Fortschritt der Wissenschaft ist die Rede, der Gesellschaft, der Politik, des Rechts, selbst vom Fortschritt der Kunst wird gesprochen. Besonders augenfällig aber ist Fortschritt in Gestalt der Technik, die geradezu zum Synonym für Fortschritt geworden ist. In dem Maße, in dem technischer Fortschritt mit der Vorstellung von Herrschaft und Macht verknüpft ist, wird er gar zu einem politischen Argument und Machtinstrument.

Die Philosophie hat ein besonderes Verhältnis zum Fortschritt: Zum einen hat sie die Entstehung des Begriffs bestimmt. Zum anderen tut sie sich selbst mit dem Fortschritt schwer. Einerseits ist ihre Geschichte vom Versuch geprägt, ihr durch Methodisierung zu einem sichereren Fortgang zu verhelfen, andererseits haben diese Versuche auch zu Kritik und Krise der Philosophie geführt. Durch diese grundlegende Funktion des Begriffs und die Allgegenwart seiner Erscheinungsformen bleibt die Frage nach dem ›Rechtsgrund‹ des Fortschritts ein dringendes Anliegen. Dies gilt umso mehr, da eine kritische Untersuchung des Fortschrittsdenkens mit grundlegenden Fragen der Philosophie verknüpft ist.

Daß dieser Versuch schon oft unternommen wurde, zeugt vom Gewicht der Fortschrittsfrage. Daß diese nicht zureichend behandelt werden kann, liegt im Begriff des Fortschritts selbst begründet: In der Aufklärung wird ›Fortschritt‹ als Gegenkonzept geschichtlicher Kontingenz gedacht; Moderne und Postmoderne hingegen geht nicht nur die Möglichkeit verloren, allgemein verbindliche Ziele zu formulieren, sondern der Anspruch auf die Frage selbst gerät unter Ideologieverdacht.

Die Jahrestagung des Forschungsnetzwerks »Transzendentalphilosophie/Deutscher Idealismus« bietet dem Thema ›Fortschritt‹ erneut Raum.

Laufzeit: 18.10.2014 - 21.02.2015
Zeiten: Mittwoch, 18. Februar 2015 - 10:00 Uhr bis Freitag, 20. Februar 2015 - 18:30 Uhr
Ort: Technische Universität Berlin