Vernunftsystem und Irrationalität

Vernunftsystem und Irrationalität - Die Funktionen des Grenzbegriffs des Irrationalen zwischen Epistemologie und Ideologie in den Systemphilosophien zwischen 1808 und 1818

Promotion Kai U. Gregor, M.A.

Die projektierte Dissertation wird das komplexe Wechselwirkungsgefüge von Irrationalität und Vernunftsystem an drei exemplarischen Entwürfen der klassischen deutschen Philosophie von Schopenhauer, Schelling und Fichte zwischen 1808 und 1818 systematisch untersuchen. Das historisch-systematische Forschungsziel ist, die philosophischen Entwicklungen der drei Protagonisten in der Zeit zwischen 1808 und 1818 – einem wenig erforschten Gebiet – zu beleuchten und dadurch Licht auf eine wegweisende Weggabelung modernen Denkens zu werfen. Systematisches Ziel des vorliegenden Dissertationsprojektes ist dabei die Klärung der zugrundeliegenden Problemfundamente rationaler Selbstverständigung über das Irrationale: Da das Irrationale stets dem angesetzten Rationalitätsstandard korreliert, als dessen Grenzbegriff es fungiert, sind die Funktionsweisen des Irrationalen in ihrem Zusammenhang mit den veranschlagten Rationalitätssystemen zu untersuchen sowie letztere zu prüfen und zu vergleichen. Alle drei philosophischen Entwürfe sind inspiriert durch die kritische Philosophie Kants und erweisen sich als Varianten einer erkenntniskritischen Erweiterung seines Projektes. Daher legt die Untersuchung ihr Augenmerk auf die Rechtsfragen der Erkenntnis und ihrer Grenzziehung, auf die Legitimität des Verhältnisses von Kritik und Metakritik. Sie tritt damit zwangsläufig an einem Grundkonflikt der Moderne heran: Das Problem von Wissenschaft und Ideologie und seiner philosophischen Bewältigung. Das erkenntniskritische Interesse nötigt zu kritischen Rücksichten bei der Interpretation.

Laufzeit: 1.05.2007 - 1.05.2009
Förderung: Promotionsstipendium Gerda-Henkel-Stiftung