12. Arbeitstagung des Forschungsnetzwerkes »Transzendentalphilosophie/Deutscher Idealismus«

Schema – Zeichen – Wissen

Sobald die Verbindung von Materie und Form, Sinnlichem und Unsinnlichem, Begrifflichkeit und Sinnlichkeit zum Problem wird, geistert in der Geschichte der Philosophie der Begriff des Schemas herum, der, wie Umberto Eco in Bezug auf die Kognitionswissenschaften anmerkt, scheinbar wie ein Gespenst ohne systematische oder historische Kontinuität durch die Diskurse schwebt. Der Schema-Begriff spielt indes bereits in der Antike und in der Frühen Neuzeit eine wichtige Rolle und ist auch heutzutage kaum aus des Diskussion wegzudenken, wie die Theorien zum embodied mind und ihre Rede vom Körper-Schema oder Bild-Schema zeigen. In seiner Hochphase wird das Schema von Kant als Bedingung der Bedeutungsentstehung überhaupt bestimmt und von Bildern, Zeichen und Symbolen abgegrenzt. Die Metakritiken am Schematismus von Hamann und Herder bis Hegel können dagegen als Grundsteine zur Thematisierung der Sprache in den synthetischen Prozessen des Denkens interpretiert werden. Und auch bei Fichte und Schelling sowie in der Phänomenologie Husserls und Ingardens lassen sich Versuche finden, dem Schema eine wichtige systematische Funktion zuzuschreiben. Ziel der Tagung ist es, die vielfältigen Fäden der philosophischen Geschichte des Schemas neu zusammenzuführen und gemeinsam über die Möglichkeit nachzudenken, das Schema nicht nur allgemein als dynamische Gestalt, Skizze oder Silhouette aufzufassen, sondern in ihm ein noch fehlendes systematisches Element der aktuellen Sprach- und Erkenntnistheorie zu sehen.

Laufzeit: 21.10.2013 - 22.02.2014
Zeiten: 19.-21.2.2014
Ort: Technische Universität Berlin, Hardenbergstraße 16-18, Raum HBS 005