Ästhetische Eigenzeiten

Organismus der Zeiten. Zur Eigenzeit des Lebendigen im Ausgang von Schellings Weltalter-Fragmenten

Promotion Peter Neumann, M.A.

Ein Grund, warum wir die Frage nach der Zeit stellen, ist unser lebenspraktisches Interesse an der Synchronisation von Bewegungen. ‚Objektiv’ beurteilen zu können, ob zwei Bewegungen gleichzeitig oder ungleichzeitig sind, ist elementar für jede Form gelingender kommunikativer Kooperation. Individuelle Zeiterfahrung und abstraktes Zeitmaß treten dabei allerdings in ein dialektisches Spannungsverhältnis: Eigenzeiten müssen vergleichbar sein, das Zeitmaß setzt die Gleichzeitigkeit individueller Zeiten aber bereits voraus. Um diesem theoretischen wie praktischem Dilemma zu begegnen, soll aus Schellings Theorie der ‚organischen Zeit’ ein Begriff individueller Zeiterfahrung entwickelt werden, der auf die wechselseitige, eben organische Verschränkung lagezeitlicher und modalzeitlicher Bestimmungen geltungstheoretisch reflektiert. Die auf diesem Wege erzielten Forschungser-gebnisse sollen für einen Legitimationsbegriff im Sinne einer rationalen Genese fruchtbar gemacht werden.

Laufzeit: 1.10.2012 - 30.09.2015