Geschichtlichkeit und Zeitlichkeit in Schellings Philosophie (1811-1815)

GESCHICHTLICHKEIT UND ZEITLICHKEIT: Über die Entwicklungslinie zwischen Schellings Freiheitsschrift (1809) und den Weltaltern (1811-1815)

Wissenschaftliches Projekt Dr. Ana Carrasco-Conde

Laut einer alten Interpretation ist die Philosophie Schellings eine Philosophie „im Werden“ (vgl. X. Tilliette: Schelling. Une philosophie en devenir. Paris. 1969), d.h. eine Philosophie, die keine logische Entwicklung und keine innere Kohärenz hat. Demgegenüber finden wir bei Schelling aber nicht eine „Philosophie im Werden“, sondern vielmehr eine Philosophie, deren Thema „das Werden“ ist, konkret das Werden des Absoluten. Schellings Philosophie ist geschichtliche Philosophie: der Kern des schellingianischen Systems und seine Entfaltung müssen immer ausgehend von der Geschichtlichkeit des Absoluten verstanden werden. Das Absolute selbst wird durch seine Entfaltung, die selbst die Erzeugung der Zeit mit sich bringt. Dies ist das System der Zeiten, das Schelling in den Weltaltern (1811–1815) darzustellen versucht; ein System, das das Absolute als Geschichtlichkeit zeigt. Auf diese Weise stellt Schellings Philosophie das Werden als Entfaltung der Epochen des Absoluten dar: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, d.h. die drei Bücher, in denen Schelling sein Projekt der Weltalter zunächst entwarf. Andererseits sagt man, dass dieses Projekt scheiterte und Schelling es aufgeben musste, aber dieses Werk schlug nicht wegen des diesem Projekt zu Grunde liegenden Gedankens (d.h. der Geschichtlichkeit des Absoluten) fehl, denn der bildet auch noch die Basis der Spätphilosophie Schellings. Im Hinblick darauf hat Aldo Lanfranconi in seinem Buch Krisis. Eine Lektüre der „Weltalter“ (Stuttgart. 1992) betont, dass Schelling noch 1832 ein Seminar über die „System der Weltalter“ hält. Betreuer: Prof. Dr. Jörg Jantzen.

Laufzeit: 1.10.2009 - 1.10.2011