Kritische Metaphysik der Substanz

Kritische Metaphysik der Substanz. Kant im Widerspruch zu Leibniz

Promotion Dr. des Andree Hahmann

Obwohl der Substanzbegriff seit Aristoteles eine ausgezeichnete Rolle in der Metaphysik spielt und auch unter den Relationskategorien in der Kritik der reinen Vernunft einen besonderen Rang einnimmt, ist ihm bisher keine detaillierte Untersuchung gewidmet worden. Das ist umso erstaunlicher, da der verwandte Begriff der Kausalität seit Langem im Fokus der Kantforschung steht. Diesem Desiderat nimmt sich die Untersuchung an, wobei vor allem die historische Einbettung der Substanzfrage thematisch im Mittelpunkt liegt. Dabei wird die These verfolgt, dass ein adäquates Verständnis des Kantischen Substanzbegriffs die Berücksichtigung der philosophischen Kontroverse in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bezüglich der einfachen Substanz erfordert, und zwar so wie diese von Leibniz und Wolff bestimmt worden ist. Erst vor dem Hintergrund der Leibniz-Wolffschen Philosophie kann die vollständige Dimension des Kantischen Substanzbegriffs und damit auch die Reichweite der kritischen Wende im Denken Kants erhellt werden. Die historische Verwurzelung des Kantischen Substanzbegriffs geht schließlich sogar soweit, dass zum Schluss der Untersuchung die Frage berechtigt erscheint, ob es sich bei dem Kantischen Standpunkt hinsichtlich der Substanz um einen kritisch revidierten Leibnizianismus handelt.

Laufzeit: 14.12.2004 - 15.11.2007
Förderung: Promotionsstipendium des D.A.A.D. sowie ein Promotionsstipendium der Rolf und Ursula Schneider-Stiftung