Was ist Willensfreiheit?

Über das Schicksal: Unterschiedliche Reflexionen darüber, untersucht an der Schrift ‚De Fato’ des Alexander von Aphrodisias

Magister / Master / Diplom Dr. des Andree Hahmann

Freiheit ist zu einem nicht weiter zu hinterfragenden Wert geworden, auf den sich politische Systeme stützen und durch den Kriege legitimiert werden. Jeder einzelne beansprucht Freiheit für sich und setzt sie zugleich als naturgegeben voraus. Doch worin besteht die Freiheit des Menschen? Wo kann sinnvoller Weise Freiheit eingefordert werden? Ist der Mensch auch frei anders zu wollen? Was ist Willensfreiheit? Schon Sokrates fordert die Menschen auf, sich über die Grenzen ihrer Fähigkeiten klar zu werden. Denn nur, wer die Grenzen seiner Einflussmöglichkeiten kennt, kann selbstbestimmt sein Handeln planen und verwirklichen. Diesem Ansatz zufolge wäre Freiheit kein gottgegebenes Gut, das sich dem Menschen als freier Wille offenbart, sondern ganz im Gegenteil das Ergebnis eines Erkenntnisprozesses über die Begrenztheit der eigenen Natur. In der Untersuchung soll der Begriff der Willensfreiheit in die Antike zurück verfolgt werden, um Wege aufzuzeigen, die der Neuzeit in ihrem Denken versperrt zu sein scheinen. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Schrift De fato des Alexander von Aphrodisias. Alexander entwickelt in Auseinandersetzung mit dem stoischen Fatalismus eine indeterministische Position, die über Boethius und Augustinus vermittelt bis in die Neuzeit gewirkt hat.

Laufzeit: 15.11.2003 - 15.05.2004