Irrationalität - Schattenseite der Moderne

Irrationalität - Schattenseite der Moderne.
7. Jahrestagung des Internationalen Forschungsnetzwerks Transzenden-talphilosophie/Deutscher Idealismus

Wo viel Licht ist, da ist bekanntlich viel Schatten! In der Aufklärung erhebt sich der Mensch zu Vernunftoptimismus und Fortschrittsglauben, zugleich stößt er dabei aber auch auf die irrationalen Seiten seiner Existenz: Er sieht sich mit dem Ungründigen und Widervernünftigen des Lebens in seinem ganzen Facettenreichtum konfrontiert. Seitdem werden wir die Frage nach unserer dunklen Seite nicht los, sie ist für die Philosophie der Moderne bis in die Gegenwart hin prägend. Handelt es sich um die Geburt des Irrationalen aus den Schößen der Aufklärung oder ist es gerade umgekehrt und der Versuch der Selbstbestimmung bloß ein hilfloser Reflex auf die ubiquitäre Herrschaft des Unvernünftigen? Gleichgültig wie man die Frage ausrichtet, Erfordernis und Voraussetzung eines kritischen und aufgeklärten Selbst- und Weltverständnisses scheint die Reflexion auf den Zusammenhang von Rationalität und Irrationalität zu sein: Die kritische Analyse des Wechselverhältnisses in seiner geschichtlichen Genese wie im Horizont seiner gegenwärtigen Bedeutung ist das Ziel der Tagung. Worin besteht der Konflikt zwischen Rationalität und Irrationalität und wie könnte seine Lösung aussehen?

Die Tagung dient der Verständigung über die Entstehung, Funktion und Entwicklung »des Irrationalen« als Protagonist wie als Antagonist. Angestrebt ist eine kritischen Reflexion über das eigene Vorverständnis wie über gängige Schnittmuster historischer Rekonstruktionen des Irrationalen: Wie lässt sich unser ambivalentes Verhältnis zu Rationalität und Irrationalität auf eine neue Frage, einen innovativen Begriff bringen. Schließlich dient die Tagung der systematischen Einordnung des Irrationalen in einer Welt der Kontingenz, der Vernetzung und Globalisierung, ethischer und religiöser Konflikte. Letztlich aber bestimmen - wie in den vergangenen Jahren - die Interessen und Themen der Beiträger das Themenspektrum und den Verlauf der 7. Arbeitstagung, zu der wir herzlich einladen.

Unter Nennung eines aussagekräftigen Vortragstitels erbitten wir bis zum 30.11.2008 eine verbindliche Anmeldung. Die Vorträge sollten 30min nicht überschreiten, für die Diskussion werden 15min eingeplant. Da es sich wie auch in den letzten Jahren um eine Arbeitstagung handelt, wird keine Förderung beantragt. Eine Publikation der Beiträge ist innerhalb unserer Publikationsreihe Schriften zur Transzendentalphilosophie und klassischen deutschen Philosophie geplant.

Laufzeit: 19.02.2009 - 21.02.2009
Ort: Die Tagung wird in den Präsidialräumen H1035/1036 (am Lichthof) des Hauptgebäudes der Technischen Universität Berlin, Straße des 17. Juni 135, stattfinden.
Förderung: Keine