Transzendentalphilosophie und Person I

Leiblichkeit – Interpersonalität – Anerkennung. Transzendentalphilosophie und Person (Teil I)

Das Ziel der Doppeltagung besteht zunächst in einer Bestandsaufnahme. Es soll bilanziert werden, inwieweit das transzendentalphilosophische Projekt anschlussfähig ist und dazu taugt, systematische Fragen der Gegenwart angemessen zu diskutieren. Darüber hinaus soll sondiert werden, ob es Möglichkeiten gibt, mit transzendentalphilosophischen Ansätzen zu systematischen Erörterungen und Problemlösungen zu kommen. In den vergangen Jahrzehn-ten herrschte eine gewisse Verkrampftheit vor, wenn es darum ging, einen produktiven Um-gang mit der Philosophiergeschichte zu initiieren. Das gilt besonders für die Geschichte des sog. Deutschen Idealismus, mit dem man gemeinhin nicht nur eine ehrfürchtige restaurative Haltung verband, sondern zugleich auch eine ideologische Präformierung des gesamten Pro-jekts. Die Rechts- und Linksidealisten versperrten sich gegenseitig die Möglichkeit, ihren wis-senschaftlichen Gegenstand kritisch zu beleuchten. Das gilt besonders für Deutschland, das sich teilungsbedingt mit seinen Idealisten große Schwierigkeiten eingehandelt hat. Nicht erst die analytische Tradition, die heutzutage mit einem wachen Interesse auf die Systementwürfe der nachkantischen Zeit schaut, sondern auch in der kontinentalen Philosophie macht sich eine entspannte Haltung breit. Jetzt lassen sich die Projekte der deutschen klassischen Philo-sophie diskutieren, ohne in ein Fahrwasser zu geraten, das die Vergangenheit nur konserviert, ohne sie auf die Gegenwart hin kritisch befragen zu können.

Laufzeit: 9.12.2005 - 11.12.2005
Ort: Warschau