Authentizität und Konstruktion

Authentizität und Konstruktion. Leib und Seele. Körper und Geist

Publikationsprojekt Prof. Dr. Christoph Asmuth

Neuere Arbeiten zum Thema restaurieren mit großer Energie ein Historiengemälde, in dem die Geschichte der westlichen Philosophie als Unterdrückungs- oder Verdrängungsgeschichte des Leibes und des Körpers rekonstruiert wird. Platon etwa, der in seinem Phaidon, den Körper als Kerker der Seele bezeichnet, wird dabei zum Urahnen aller Leibunterdrücker. Das erklärte Ziel ist es, vor allem jede Form von Dualismus in Misskredit zu bringen. Ein kritischer Blick nährt aber den Verdacht, dass diese Rekonstruktionen selbst einem dualistischen Vorurteil entspringen, das ungeprüft aus dem 19. Jahrhundert übernommen wird. Es gilt daher einerseits, die historischen Wandlungen des Problems nachzuzeichnen, um es in seinem Bedeutungsgehalt zu rekonstruieren. Dabei kommt zum Vorschein, dass nur ein konsequenter Substanzdualismus nur äußerst selten vertreten wurde, dass daher der inflationäre Gebrauch als Prügelknabe eher ein Produkt gegenwärtiger Interessen ist. Andererseits gilt: Nicht jede Unterscheidung, etwa die von Geist und Körper, Seele und Leib ist gleich ein Dualismus. Deshalb entwickelt dieses Forschungsvorhaben die These, dass die Unterscheidung von Leib, Seele, Körper und sinnvoll ist, wenn die Hinsicht bedacht wird, unter der unterschieden wird.

Laufzeit: 1.01.2006 - 10.10.2009