Concerning Peace: Utopia or Pantopia?
International Peace Workshop 2008 - Concerning Peace: Utopia or Pantopia?
Der International Peace Workshop 2008 - Concerning Peace: Utopia or Pantopia? zielt auf eine grundsätzliche Reflexion der mannigfachen und komplexen Fragen des Friedens und überschreitet in diesem Anliegen bewusst die Fachgrenzen der Philosophie. Aus diesem Grund plant der Workshop vor allem Kunst und Philosophie, als jene Fächer, die für eine grundsätzliche und fundamentale Perspektiven auf die Wirklichkeit verantwortlich sind, miteinander ins Gespräch zu bringen, um neue Impulse für einen starken, selbstkritischen, rational begründeten und ästhetische reichen Friedensbegriff zu finden bzw. zu generieren.
Philosophie sowie auch Kunst teilen eine lange Tradition gemeinsamer Denk- und Handlungsansätze. Utopien gesellschaftlichen Lebens sowie die Erforschung der Möglichkeiten ihrer Implementierung und Wirkweise sind in beiden Disziplinen zu finden. Hierbei spielen normative Setzungen, Wertsysteme und die Beobachtung ihrer Auswirkungen eine große Rolle. PhilosophInnen wie KünstlerInnen versuchen Grenzen zu setzten und zu sprengen, Ordnungssysteme zu konstruieren sowie zu dekonstruieren, um neue Realitäts- und Handlungsebenen zu schaffen. Ideenentwürfe, Visionen und Utopien dienen dabei als Werkzeuge und Fragen der Ästhetik, der Schönheit und Harmonie stehen dabei als Formen und Ziele zur Debatte – die Philosophie kraft sprachlich vermittelter Reflexion, die Kunst durch mannigfache visuelle und sinnlich-konkrete Gestaltungsmittel. Innerhalb des Rahmenprojektes und insbesondere im Workshop soll dieses Potential genutzt und weiterentwickelt werden, um die Existenz von Frieden in seinen unterschiedlichsten Denk- und Erscheinungsformen zu beleuchten und Wege für ein neues Bewusstsein zu schaffen.
Innerhalb des dreitägigen Workshops sollen also neue ästhetische und wissenschaftliche Standpunkte zum Frieden ausgelotet werden: Könnte es nicht sein, dass der rein positivistische Begriff des Friedens wie er in Politik und Alltag, in Geschichte, in Psychologie und Soziologie verwandt wird, zu einseitig und damit ungeeignet ist, um die komplexen philosophischen Tiefendimensionen eines systematischen Friedensbegriffs zu erfassen? Und könnte es weiter nicht sein, dass die Ursprünge und Gründe für eine Unterscheidung zwischen Krieg und Frieden tief im menschlichen Bewußtsein, in seiner Moralität gründen: Das nämlich würde dann zutreffen, wenn seine Bedingungen gar nicht in der empirischen Welt lägen, auf die sich die positiven Wissenschaften nun einmal beziehen müssen, sondern im prima facie nicht-empirischen Bereich epistemologischer und kultureller Bedingungen vernünftigen Lebens. Die eingeladenen Künstler und Philosophen stellen im Workshop ihre Perspektiven und Antworten auf die Frage vor: Wie die Tiefendimension des Friedens gedacht zu werden vermag?
Kongresskonzeption: Kai Gregor/Sergej Spetschinsky


