Religionsphilosophie

Die Religionsphilosophie thematisiert vor allem drei wesentliche Problemstellungen: Erstens die Frage nach den objektiven Bedingungen, unter denen religiöse Glaubenssysteme einen Sinn bzw. eine mögliche objektive Geltung haben können. Dann das Problem, welche soziale Funktion erfüllen bzw. sollen Religionen erfüllen. Und schließlich die Untersuchung nach den subjektiven Bedingungen für die Ausbildung oder Ausübung von Religionen. Diese drei Fragestellung sind schon sehr früh, meist aus religionskritischer Perspektive aufgeworfen worden, z.B. wurde darauf hingewiesen, dass Religion nur eine Erfindung der Staatsmänner zur Bindung der Bürger an moralische Normen darstelle oder Religion entspringe nur dem Bedürfnis des Menschen. Die mittelalterliche Philosophie verstand sich per se als Religionsphilosophie, in welcher das Dasein des Menschen und der Welt aus einer trinitarisch verstandenen Gottesinstanz erklärt wurde. Die diversen Ansätze, Gott zu beweisen, dienten eher der Anleitung des Denkenden als dem Erweis der Existenz des höchsten Wesens. Erst in der neuzeitlichen Philosophie, mit den Versuchen Kants (1724-1804) und Fichtes (1762-1814) eine autonome Moral vernünftig zu begründen, konnte das Verhältnis von Moral und Religion, Freiheit und Gott, endlicher und unendlicher Vernunft neu und komplementär bestimmt werden. Schellung (1775-1854) und Hegel (1770-1831) versuchten in ihren philosophischen Entwürfen, Gott als systematische höchste Instanz darzustellen, jedoch kommt es in ihren Systemen zu einer gewissen Unterschleifung der Unterscheidung zwischen dem Gott und der Erscheinung.

Forschungsveranstaltungen

Teleologie nach Kants Kritik

Tagung Prof. Dr. Christoph Asmuth, Simon Gabriel Neuffer
Laufzeit: 30.11.2011 - 24.02.2012

Wie in den meisten anderen Gebieten der Philosophie setzt Kant mit seiner dritten Kritik auch in der Teleologie einen Meilenstein, an dem bis heute nur schwerlich ein Weg vorbeiführt. In diesem Sinne soll das teleologische Denken in der Kritik der Urteilkraft auch der diesjährigen Tagung des Forschungsnetzwerks »Transzendentalphilosophie/Deutscher Idealismus« als Leitfaden dienen. Ausgehend von der Philosophie Kants soll auch Raum für Reflexionen über das teleologische Denken überhaupt geboten werden: Ob heute das Zweckdenken noch tauglich sei, das Verhältnis verschiedener Wissensbereiche zueinander aufzuklären, den Lebensbegriff verständlich zu machen und über das Schöne, über Kunst und Moral zu sprechen, dieser Fragen will sich die Tagung annehmen. Theologie, Geschichtsphilosophie und Hermeneutik können ebenfalls im Blickwinkel der Teleologie betrachtet werden; genauso soll die Tagung der Frage dienen, inwieweit die Begriffe von Zweck und Zweckmäßigkeit auch heute noch brauchbar sind, um systematisch zu denken.

The third International Peace Workshop: Toward Perpetual Peace - On the Distinction between North, East, South, West

Workshop Dr. Serguei Spetschinsky, Zübeyde Karadağ, Sun Demerli, Lucas Thorpe
Laufzeit: 30.01.2009 - 28.06.2009

After having explored the philosophical meaning of the concept of peace and some of its par-ticular applications in 2008 in Berlin, we would like to pursue our questioning on peace in considering the causes of the political, economical and cultural conflicts challenging peace.

Der Eine oder der Andere – »Gott« in der klassischen deutschen Philosophie und im Denken der Gegenwart

Tagung Prof. Dr. Christoph Asmuth, Dr. Kazimir Drilo
Laufzeit: 1.03.2007 - 3.03.2007

Vor allem in Italien und Frankreich ist in den letzten beiden Jahrzehnten ein erneuertes Bemühen um die Religion zu bemerken, das sich nicht mehr konfessionell orientiert oder dogmatisch gebunden zeigt, sondern unter dem Etikett der ‚Postmoderne’ steht.

Lehrveranstaltungen

Transzendentalphilosophie/Deutscher Idealismus

Kolloquium Prof. Dr. Christoph Asmuth, Dr. Christoph Binkelmann
Laufzeit: 29.04.2010 - 15.07.2010

Das Kolloquium öffnet sich allen, die ein Interesse an der Transzendentalphilosophie und der Philosophie des Deutschen Idealismus haben. Studierende, Magister-Kandidatinnen/ Kandidaten sowie Doktorandinnen/Doktoranden sind herzlich willkommen. Im Zentrum steht die Vorstellung von Forschungsarbeiten und Rezensionen zur klassischen deutschen Philosophie sowie zu verwandten Themen und philosophischen Richtungen. Das Programm fürs Sommersemester kann unter Detailansicht eingesehen werden.

Der Tod. Historisch-systematische Rekonstruktion eines Begriffs

Hauptseminar Prof. Dr. Christoph Asmuth
Laufzeit: 31.03.2007 - 30.06.2007

Leib und Seele – Körper und Geist. Historisch-systematische Rekonstruktion eines Gegensatzes

Vorlesung Prof. Dr. Christoph Asmuth
Laufzeit: 31.03.2007 - 30.06.2007

Vernunft in der Religion

Proseminar Dr. Kazimir Drilo
Laufzeit: 30.11.1999 - 30.11.1999

Publikationen

Nichts - Negation - Nihilismus. Die europäische Moderne als Erfahrung und Erkenntnis des Nichts

Ex nihilo - die Bedeutung des Nichts für Kreativität und Rationalität. Spinoza, Jacobi, Hegel

Sammelbandbeitrag Dr. Christoph Binkelmann
Jahr: 2010

Philosophie und Religion und der Platonismus

Sammelbandbeitrag Prof. Dr. Christoph Asmuth
Jahr: 2008