Religionsphilosophie

Die Religionsphilosophie thematisiert vor allem drei wesentliche Problemstellungen: Erstens die Frage nach den objektiven Bedingungen, unter denen religiöse Glaubenssysteme einen Sinn bzw. eine mögliche objektive Geltung haben können. Dann das Problem, welche soziale Funktion erfüllen bzw. sollen Religionen erfüllen. Und schließlich die Untersuchung nach den subjektiven Bedingungen für die Ausbildung oder Ausübung von Religionen. Diese drei Fragestellung sind schon sehr früh, meist aus religionskritischer Perspektive aufgeworfen worden, z.B. wurde darauf hingewiesen, dass Religion nur eine Erfindung der Staatsmänner zur Bindung der Bürger an moralische Normen darstelle oder Religion entspringe nur dem Bedürfnis des Menschen. Die mittelalterliche Philosophie verstand sich per se als Religionsphilosophie, in welcher das Dasein des Menschen und der Welt aus einer trinitarisch verstandenen Gottesinstanz erklärt wurde. Die diversen Ansätze, Gott zu beweisen, dienten eher der Anleitung des Denkenden als dem Erweis der Existenz des höchsten Wesens. Erst in der neuzeitlichen Philosophie, mit den Versuchen Kants (1724-1804) und Fichtes (1762-1814) eine autonome Moral vernünftig zu begründen, konnte das Verhältnis von Moral und Religion, Freiheit und Gott, endlicher und unendlicher Vernunft neu und komplementär bestimmt werden. Schellung (1775-1854) und Hegel (1770-1831) versuchten in ihren philosophischen Entwürfen, Gott als systematische höchste Instanz darzustellen, jedoch kommt es in ihren Systemen zu einer gewissen Unterschleifung der Unterscheidung zwischen dem Gott und der Erscheinung.

Forschungsprojekte

August Ludwig Hülsen: Shading New Light on the Early-Romantic Athenäum

Wissenschaftliches Projekt Dr. Ezequiel L. Posesorski
Laufzeit: 1.01.2010 - 1.01.2012

Vernunftsystem und Irrationalität - Die Funktionen des Grenzbegriffs des Irrationalen zwischen Epistemologie und Ideologie in den Systemphilosophien zwischen 1808 und 1818

Promotion Kai U. Gregor, M.A.
Laufzeit: 1.05.2007 - 1.05.2009

Die Dissertation untersucht die intime Verbundenheit von Vernunftsystem und dem Irrationalen an drei exemplarischen Entwürfen des Deutschen Idealismus: Fichtes wissenschaftliches System vollendet evidenter Selbstdurchsichtigkeit der Vernunft, Schellings monistische Existenzialanalyse der Freiheit und Schopenhauers Metaphysik eines irrationalen Lebenswillens. Die Arbeit untersucht in systematischer Interpretation, wie die Probleme des systemimmanenten Totalitätsanspruchs, der Verbindung von System und Irrationalität und einer systembedingenden Grundentscheidung jeweils thematisiert, begründet und überwunden werden. Dadurch werden entscheidende Fragestellungen der Moderne (Totalitarismus, Ideologie, Vernunftpessimismus) systematisch als auch historisch beleuchtet.

Il destino della modernità. Arte e politica in Hegel (The Fate of Modernity. Art and Politics by Hegel).

Promotion Dr. Alberto L. Siani
Laufzeit: 1.01.2006 - 31.12.2010

»Das Begreifen des Unbegreiflichen. Philosophie und Religion bei J. G. Fichte 1800-1806«

Promotion Prof. Dr. Christoph Asmuth
Laufzeit: 30.11.1999 - 30.11.1999

„Das Zusammenspiel von Spekulation und Vorstellung in Hegels enzyklopädischem System“

Wissenschaftliches Projekt Dr. Kazimir Drilo
Laufzeit: 30.11.1999 - 30.11.1999

Das Verhältnis von Spekulation und Vorstellung in Hegels Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften.

Forschungsveranstaltungen

Schellings Philosophie der Mythologie: Die historisch-kritische Einleitung

Workshop Dr. Christoph Binkelmann, Dr. Vicki Müller-Lüneschloß, Dr. Petar Segedin
Laufzeit: 26.07.2016 - 8.05.2017

In der historisch-kritischen Einleitung seiner Philosophie der Mythologie setzt sich Schelling mit der Frage nach der Entstehung und Funktion der Mythologie auseinander. Dabei werden die aktuellen Theorien einer radikalen Kritik unterzogen. Der These von der Mythologie als „Erfindung“ setzt der Philosoph ein grundsätzlich neues Konzept entgegen: Mythologie ist demnach ein Faktum, das dem Bewusstsein nicht erst im Ausgang von der Naturbetrachtung entsteht – sondern vielmehr umgekehrt, setzt das Bewusstsein die in ihm einem frühen Stadium seiner Entwicklung gemäß entstehenden Göttervorstellungen. Der symbolische Charakter der Mythologie erhält somit einen Wahrheitsanspruch, der von Schelling hier geltend gemacht wird. Mythologie aber wird zugleich gedacht als theogonischer Prozess und führt schließlich auf eine philosophische Verhältnisbestimmung von Monotheismus und Polytheismus, Gott und menschlichem Bewusstsein.

Der fünftägige Sommerkurs in Dubrovnik zielt darauf ab, in Form von Referaten, gemeinsamer Diskussion und Lektüre ausgewählter Textstellen tiefere Einblicke in den Text zu erarbeiten. Die Referate sollen dabei insbesondere die uns inzwischen verschlossenen (ideen-)geschichtlichen Bezüge Schellings sowie die argumentative Struktur der einzelnen Vorlesungen klären. Darüber hinaus können aber auch Referate vorgeschlagen werden, die über den Textbestand hinausgehen und verwandte Themen im Umfeld des Textes vorstellen.

F. W. J. Schelling: „Stuttgarter Privatvorlesungen“ - Sommerkurs »Klassische deutsche Philosophie«

Fachkurs Dr. Christoph Binkelmann, Dr. Petar Šegedin, Dr. Vicki Müller-Lüneschloß
Laufzeit: 22.01.2015 - 2.10.2015

Der fünftägige Sommerkurs in Dubrovnik zielt darauf ab, in Form von Referaten, gemeinsamer Diskussion und Lektüre ausgewählter Textstellen eine kooperative Kommentierung von Schellings »Stuttgarter Privatvorlesungen« zu erarbeiten.

Zusammenspiel von Spekulation und Vorstellung in Hegels Enzyklopädie

Tagung Dr. Kazimir Drilo
Laufzeit: 21.03.2012 - 23.03.2012

Teleologie nach Kants Kritik

Tagung Prof. Dr. Christoph Asmuth, Simon Gabriel Neuffer
Laufzeit: 30.11.2011 - 24.02.2012

Wie in den meisten anderen Gebieten der Philosophie setzt Kant mit seiner dritten Kritik auch in der Teleologie einen Meilenstein, an dem bis heute nur schwerlich ein Weg vorbeiführt. In diesem Sinne soll das teleologische Denken in der Kritik der Urteilkraft auch der diesjährigen Tagung des Forschungsnetzwerks »Transzendentalphilosophie/Deutscher Idealismus« als Leitfaden dienen. Ausgehend von der Philosophie Kants soll auch Raum für Reflexionen über das teleologische Denken überhaupt geboten werden: Ob heute das Zweckdenken noch tauglich sei, das Verhältnis verschiedener Wissensbereiche zueinander aufzuklären, den Lebensbegriff verständlich zu machen und über das Schöne, über Kunst und Moral zu sprechen, dieser Fragen will sich die Tagung annehmen. Theologie, Geschichtsphilosophie und Hermeneutik können ebenfalls im Blickwinkel der Teleologie betrachtet werden; genauso soll die Tagung der Frage dienen, inwieweit die Begriffe von Zweck und Zweckmäßigkeit auch heute noch brauchbar sind, um systematisch zu denken.

The third International Peace Workshop: Toward Perpetual Peace - On the Distinction between North, East, South, West

Workshop Dr. Serguei Spetschinsky, Zübeyde Karadağ, Sun Demerli, Lucas Thorpe
Laufzeit: 30.01.2009 - 28.06.2009

After having explored the philosophical meaning of the concept of peace and some of its par-ticular applications in 2008 in Berlin, we would like to pursue our questioning on peace in considering the causes of the political, economical and cultural conflicts challenging peace.