Metaphysik

Metaphysik ist die Grundlagendisziplin der Philosophie (daher auch ihre Bezeichnung »prima philosophia«). Sie fragt nach den letzten Gründen, Prinzipien und Grundstrukturen des Wissens und der Wirklichkeit als ganzer. Ihre Ausrichtung ist daher systematisch; sie beschreibt die Voraussetzungen (begrifflichen Fundamente) der speziellen Disziplinen der Philosophie wie auch der Einzelwissenschaften. Traditionell versteht man unter Metaphysik in erster Linie die Ontologie. Das Netzwerk legt hingegen einen besonderen Fokus auf die transzendentalphilosophische Version der Metaphysik, welcher sich im Gegensatz zu den ontologischen durch einen radikal-selbstbezüglichen Anspruch auszeichnet, selbst noch die eigenen begrifflichen Voraussetzungen einer Prüfung und Begründung zu unterziehen. So verstanden kann die transzendentalphilosophische Variante der Metaphysik dem Dogmatismus entgegengesetzt werden.

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Forschungsprojekte

Individualität und Intersubjektivität in der Philosophie Johann Gottlieb Fichtes oder was ist eine Person?

Promotion Daniela Schmidt, M.A.
Laufzeit: 1.04.2007 - 30.09.2011

Legt man der Person Selbständigkeit und Individualität als Charakteristika zugrunde, wie es vor dem Hintergrund des Fichteschen Freiheitsverständnisses unerläßlich zu sein scheint, ergibt sich das Problem, welchen Platz sie innerhalb des notwendigen und geschlossenen Begründungszusammenhangs eines Systems einnehmen könnte. Kann die Einbettung der Person in ein System also überhaupt gelingen oder stehen sich beide Begriffe konträr gegenüber? Aufgabe und Ziel meiner Dissertation ist es, auf diese Frage eine Antwort zu geben, wobei insbesondere zu untersuchen ist, wie die Individualität der Person konzipiert wird, welche Art Freiheit bei Fichte zum Tragen kommt, ob die Intersubjektivitätstheorie einen Spiegel konkreter, alltäglicher Interaktionen bildet und inwiefern die Erkenntnis anderer Vernunftwesen als solcher sowie deren Kommunikation untereinander im monologischen Rahmen der Wissenschaftslehre erklärt werden kann.

Point de vue transcendantal et philosophie appliquée chez J.G.Fichte. Le perspectivisme transcendantal comme épistémologie critique de l’éthique appliquée

Promotion Quentin Landenne, M.A.
Laufzeit: 1.10.2006 - 1.10.2009

Bei Fichte ist das systematische Problem der empirischen (politischen) Anwendung des transzendentalen Standpunktes von der transzendentalen Perspektivität der Wissenschaftslehre sowohl spekulativ begründet als auch heuristisch dynamisiert. Dieser transzendentale Perspektivismus sollte aktualisiert und ergänzt werden, um die Grundlage einer kritischen Epistemologie der angewandten Ethik im politischen Bereich zu konstituieren.

Aberratio a centro. Das Böse bei F.W.J. Schelling (1809-1810)

Promotion Dr. Ana Carrasco-Conde
Laufzeit: 15.09.2006 - 25.06.2009

Die Dissertation untersucht das Problem des Bösen bei Schelling in der Freiheitsschrift (1809) und in den Stuttgarter Privatvorlesungen (1810). Um dieses Problem zu ergründen, benutzen wir die kantische Kategorie der Modalität, d.h. wir gehen der Möglichkeit, der Wirklichkeit und der Notwendigkeit des Bösen nach

Projektives Bewusstsein. Th. Metzingers Selbstmodelltheorie und J.G. Fichtes Wissenschaftslehre

Promotion Prof. Dr. Patrick Grüneberg
Laufzeit: 1.04.2006 - 17.04.2012

Das Ziel des Dissertationsprojektes besteht in einer methodenkritischen Diskussion des Verfahrens der Objektivation, so wie dieses insbesondere in naturalistisch geprägten Erklärungsansätzen des Bewusstseins zum Zuge kommt. Geprüft werden soll, inwiefern dieses Verfahren dem Bewusstsein gerecht zu werden vermag. Diese kritische Bestandsaufnahme bildet den Ausgangspunkt für die Entwicklung einer idealrealistischen Dialektik.

Moralische Selbst- und Welterkenntnis. Die Deduktion des kategorischen Imperativs in der Kantischen Philosophie

Promotion Dr. Thomas Wyrwich
Laufzeit: 1.04.2006 - 31.07.2009

Die Studie versucht zu zeigen, dass das Begründungspotential von Kants „Deduktion“ des kategorischen Imperativs noch nicht ausgeschöpft ist. Die von Kant im dritten Teil seiner „Grundlegung“ gebrauchten Formulierungen von einer „Verstandeswelt“, die der „Sinnenwelt“ zugrunde liegt, und von einem „eigentlichen Selbst“ sind durchaus wörtlich zu nehmen: Die kritische Moralphilosophie zielt in ihrem Innersten auf eine fundamentale Wandlung der Selbst- und Welterkenntnis des fragenden Subjektes. Während es sowohl die theoretizistische als auch die existentialistische Interpretation des unbedingten Sollensanspruchs nicht vermocht haben, eine zureichende Antwort auf die Frage nach dem Grund des Sittengesetzes zu finden, zeigt eine erneute Auseinandersetzung mit Kants Argumenten, dass nur dessen originäre idealistische Begründung, die den reinen Willen als unbedingtes und zugleich wirklichkeitsbildendes Prinzip identifiziert, dazu in der Lage ist.

Kausalität und Teleologie bei G. W. Leibniz

Promotion Ansgar Lyssy, M.A.
Laufzeit: 1.01.2006 - 31.01.2008

Zu den anthropologischen Grundlagen der politischen Philosophie Johann Gottlieb Fichtes

Magister / Master / Diplom Daniela Schmidt, M.A.
Laufzeit: 3.11.2005 - 3.05.2006

Gegenstand der Magisterarbeit war die Untersuchung der Fichtes politischer Philosophie zugrundeliegenden und dieselbe motivierenden Annahmen über Wesen und Natur des Menschen.

Die doppelte Bewegung der Freiheit: Fichte (1798) und Schelling (1809-1810)

Wissenschaftliches Projekt Dr. Ana Carrasco-Conde
Laufzeit: 10.09.2005 - 10.09.2006

Kritische Analyse des Begriffes „Freiheit“ bei Fichte und Schelling

Between Reinhold and Fichte: August Ludwig Hülsen’s Contribution to the Emergence of German Idealism

Promotion Dr. Ezequiel L. Posesorski
Laufzeit: 1.01.2005 - 1.01.2010

La science du mouvement et de la contradiction ou l’imagination créatrice chez Fichte à l’époque d’Iéna

Magister / Master / Diplom Dr. Augustin Dumont
Laufzeit: 1.01.2005 - 1.01.2006

Untersuchung über die Einbildungskraft in der »Grundlage« (1794) und der »Nova Methodo« (1796-99) Fichtes.