Transzendentalphilosophie

Die Transzendentalphilosophie entwickelt sich seit Descartes durch die methodische Reflexion auf die konstitutiven Leistungen der Subjektivität, besser gesagt, der für alles Bewusst-Sein kennzeichnenden Subjekt-Objektivität für das Welt- und Selbstverständnis. In der Philosophie Kants erhält die Transzendentalphilosophie eine metaphysikkritische Wende. Gesichertes Wissen muss sich nicht nur an der empirischen Wirklichkeit erweisen, sondern bedarf ebenso der Rückversicherung durch eine transzendentallogisch fundierte Subjektivität, die die begründenden Funktionen der Wirklichkeits- und Moralkonstitution trägt. Im Deutschen Idealismus wurde ausgehend von den Kantischen Annahmen versucht, neue Formen einer kritischen Metaphysik zu entwickeln, die durch rekursiv-dialektische Argumentationsweisen darauf ausgehen, die dogmatischen Gestalten und Inhalte der traditionellen Metaphysik in eine wissenschaftlich, d.h. allgemein nachvollziehbare Form zu bringen. Insbesondere ist hier die Wissenschaftslehre Fichtes zu erwähnen, mit der eine rein transzendental-systematische Metaphysikkonzeption vorliegt. Das Netzwerk legt einen Schwerpunkt auf die Erforschung systematischer Transzendentalphilosophie, um die begrifflichen Instrumentarien der klassischen Philosophie zu erhalten und weiterzuentwickeln und so ihre systematische Leistungsfähigkeit in die gegenwärtigen Diskurse einzubringen.

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Forschungsveranstaltungen

Schellings »Philosophie der Kunst«

»Der ist noch sehr weit zurück, dem die Kunst nicht als ein geschlossenes, organisches und ebenso in allen seinen Theilen nothwendiges Ganzes erschienen ist, als es die Natur ist. Fühlen wir uns unaufaltsam gedrungen, das innere Wesen der Natur zu schauen, und jenen fruchtbaren Quell zu ergründen, der so viele große Erscheinungen mit ewiger Gleichförmigkeit und Gesetzmäßigkeit aus sich herausschüttet, wie viel mehr muß es uns interessiren, den Organismus der Kunst zu durchdringen, in der aus der absoluten Freiheit sich die höchste Einheit und Gesetzmäßigkeit herstellt, die uns die Wunder unseres eignen Geistes weit unmittelbarer als die Natur erkennen läßt.« Diese Sätze aus der Einleitung der »Philosophie der Kunst« markieren Anspruch und Ambition der Philosophie Schellings. Sie charakterisieren die Kunst als ein Ganzes, als die objektive Entsprechung der Philosophie und als Gegenstück zur Natur. Kunst und Philosophie begegnen sich auf Augenhöhe und durchdringen sich wechselseitig. Der Kurs will dem Text in kritischer Distanz folgen. Besonderes Augenmerk gilt der Grundlegung und der Systematik der »Philosophie der Kunst«. An ausgewählten Beispielen sollen die gewonnenen Einblicke exemplifiziert werden.

XI. Arbeitstagung des Forschungsnetzwerks Transzendentalphilosophie / Deutscher Idealismus Ästhetisches Wissen: Zwischen Sinnlichkeit und Begriff

Tagung Prof. Dr. Christoph Asmuth, Peter Remmers
Laufzeit: 24.09.2012 - 23.02.2013

Die XI. Tagung des Forschungsnetzwerks Transzendentalphilosophie / Deutscher Idealismus thematisiert das Verhältnis von Sinnlichem und Begrifflichem unter Voraussetzung der Einsicht Baumgartens, dass sich deren Wechselspiel insbesondere an künstlerischen Phänomenen aufweisen und verdeutlichen lässt. Klassische Positionen werden mit aktuellen Entwicklungen der Forschung z. B. aus Wahrnehmungsphilosophie, Phänomenologie oder symboltheoretischen Ansätzen verbunden.

“Das Nichtseyende in den Weltaltern”. Schelling-Tag 2012

Vortrag Dr. Ana Carrasco-Conde
Laufzeit: 9.06.2012 - 10.06.2012

Im Grunde die Wahrheit: Bild und Reflexion in Frühromantik und Philosophie

Tagung Prof. Dr. Christoph Asmuth, Dr. Christoph Binkelmann, Dr. Elke Hahn
Laufzeit: 1.06.2012 - 19.06.2012

Vernunft und Anschauung beim späten Fichte

Tagung Daniela Schmidt, M.A., Prof. Jürgen Stolzenberg
Laufzeit: 1.04.2012 - 20.05.2012

Image et philosophie : les usages conceptuels de l’image

Tagung Dr. Augustin Dumont, Aline Wiame (Université Libre de Bruxelles, FNRS)
Laufzeit: 23.03.2012 - 24.03.2012

Überlegungen über die Einwirkung des Bildes auf die praktische Genesis/Bildung des philosophischen Gedankens und umgekehrt.

Zusammenspiel von Spekulation und Vorstellung in Hegels Enzyklopädie

Tagung Dr. Kazimir Drilo
Laufzeit: 21.03.2012 - 23.03.2012

Naturphilosophie

Tagung Jesper Lundsfryd Rasmussen
Laufzeit: 2.03.2012 - 2.03.2012

Das Problem der Sprache im Kontext des deutschen Idealismus

Tagung Dr. Guillaume Lejeune, Christoph Asmuth (TU-Berlin), Karin de Boer (KU-Leuven), Lu De Vos (KU-Leuven), Marc Peeters (ULB), Jean-Renaud Seba (ULG), Laurent Van Eynde (FUSL)
Laufzeit: 15.12.2011 - 16.12.2011

Teleologie nach Kants Kritik

Tagung Prof. Dr. Christoph Asmuth, Simon Gabriel Neuffer
Laufzeit: 30.11.2011 - 24.02.2012

Wie in den meisten anderen Gebieten der Philosophie setzt Kant mit seiner dritten Kritik auch in der Teleologie einen Meilenstein, an dem bis heute nur schwerlich ein Weg vorbeiführt. In diesem Sinne soll das teleologische Denken in der Kritik der Urteilkraft auch der diesjährigen Tagung des Forschungsnetzwerks »Transzendentalphilosophie/Deutscher Idealismus« als Leitfaden dienen. Ausgehend von der Philosophie Kants soll auch Raum für Reflexionen über das teleologische Denken überhaupt geboten werden: Ob heute das Zweckdenken noch tauglich sei, das Verhältnis verschiedener Wissensbereiche zueinander aufzuklären, den Lebensbegriff verständlich zu machen und über das Schöne, über Kunst und Moral zu sprechen, dieser Fragen will sich die Tagung annehmen. Theologie, Geschichtsphilosophie und Hermeneutik können ebenfalls im Blickwinkel der Teleologie betrachtet werden; genauso soll die Tagung der Frage dienen, inwieweit die Begriffe von Zweck und Zweckmäßigkeit auch heute noch brauchbar sind, um systematisch zu denken.