Transzendentalphilosophie

Die Transzendentalphilosophie entwickelt sich seit Descartes durch die methodische Reflexion auf die konstitutiven Leistungen der Subjektivität, besser gesagt, der für alles Bewusst-Sein kennzeichnenden Subjekt-Objektivität für das Welt- und Selbstverständnis. In der Philosophie Kants erhält die Transzendentalphilosophie eine metaphysikkritische Wende. Gesichertes Wissen muss sich nicht nur an der empirischen Wirklichkeit erweisen, sondern bedarf ebenso der Rückversicherung durch eine transzendentallogisch fundierte Subjektivität, die die begründenden Funktionen der Wirklichkeits- und Moralkonstitution trägt. Im Deutschen Idealismus wurde ausgehend von den Kantischen Annahmen versucht, neue Formen einer kritischen Metaphysik zu entwickeln, die durch rekursiv-dialektische Argumentationsweisen darauf ausgehen, die dogmatischen Gestalten und Inhalte der traditionellen Metaphysik in eine wissenschaftlich, d.h. allgemein nachvollziehbare Form zu bringen. Insbesondere ist hier die Wissenschaftslehre Fichtes zu erwähnen, mit der eine rein transzendental-systematische Metaphysikkonzeption vorliegt. Das Netzwerk legt einen Schwerpunkt auf die Erforschung systematischer Transzendentalphilosophie, um die begrifflichen Instrumentarien der klassischen Philosophie zu erhalten und weiterzuentwickeln und so ihre systematische Leistungsfähigkeit in die gegenwärtigen Diskurse einzubringen.

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Publikationen

Beitrag für den kooperativen Kommentar zur Wissenschaftslehre 1812 von Johann Gottlieb Fichte

Vortragsmanuskript Kai U. Gregor, M.A.
Jahr: 2006

Es handelt sich um das seit 2001 laufende Projekt, die späten wissenschaftlichen Schriften Fichtes zu sichten und innerhalb eines kooperativen Kommentars zu beschreiben, um diese hermetischen Texte der philosophischen Öffentlichkeit zu erschließen.

Die Bedeutung des Personbegriffs im Totalitarismus: Antwort auf die Frage, wieso der Totalitarismus ein moralisches Problem ist.

unveröffentlicht Kai U. Gregor, M.A.
Jahr: 2006

Vortrag versucht einen Ansatzpunkt für eine Theorie massenhafter moralischer Insuffizienzt zu formulieren: Ein Teilprojekt auf der Suche nach einer »Theorie des totalitären Bösen«

Interpretation – Transformation. Das Platonbild bei Fichte, Schelling, Hegel, Schleierma-cher und Schopenhauer und das Legitimationsproblem der Philosophiegeschichte. Habili-tationsschrift, Göttingen 2006.

Monographie Prof. Dr. Christoph Asmuth
Jahr: 2006

Das Verhältnis der Philosophie zu ihrer Geschichte ist – zumindest seit dem beginnenden 19. Jahrhundert – ein facettenreiches Problem: Die Vergänglichkeit philosophischer Positionen widerspricht dem Anspruch auf überzeitliche Geltung. Das Buch untersucht zunächst dieses Verhältnis, indem es konkret fünf exemplarische Positionen vorstellt, wie sich Philosophen zu einem Autor der Vergangenheit, nämlich dem antiken Autor Platon, verhalten. Dabei spannt die Untersuchung einen Bogen von J.G. Fichte, der Platon in den Dienst seines eigenen Pro-jektes, der Wissenschaftslehre stellt, über F.W.J. Schelling, der eine kantianische Transforma-tion Platons vornimmt, über G.W.F. Hegel, der Platon einspannt in die Entwicklung der eige-nen dialektischen Philosophiegeschichte, über Schleiermacher, der mit philologischem In-strumentarium Platon zu einem philosophischen Künstler stilisiert, bis zu Schopenhauer, der Platon integriert in die Vorgeschichte der Entdeckung eines blinden Weltwillens. Durch die Reflexion auf diese exemplarischen und selbst der Philosophiegeschichte angehörenden Posi-tionen ergibt sich der zweite, der systematische Teil des Buches. Interpretation und Trans-formation sind integrale Momente aller Beziehung der Philosophie auf ihre Geschichte. Das Spannungsfeld von Historismus und systematischem Philosophieren formiert einen dynami-schen Prozeß im Horizont der geschichtlich-kulturellen Selbstverständigung.

[Die Wissenschaftslehre 1807] 3.-7. Vorlesung: Sein, Leben oder absolutes Ich

Zeitschriftenartikel Prof. Dr. Christoph Asmuth
Jahr: 2006

Die Als-Struktur des Bildes

Zeitschriftenartikel Prof. Dr. Christoph Asmuth
Jahr: 2006

Bild und Medium. Bildtheorie – Medienphilosophie

Sammelbandbeitrag Prof. Dr. Christoph Asmuth
Jahr: 2006

Wolfgang Class/Alois K. Soller, Kommentar zu Fichtes Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre

Rezension Prof. Dr. Patrick Grüneberg
Jahr: 2006

Tagungsbericht »Fichte in Rammenau - 1. Fichte-Tag: Die Wissenschaftslehre 1805«

Weitere Prof. Dr. Patrick Grüneberg
Jahr: 2006

Phänomenologie der Freiheit. Die Trieblehre Fichtes im ‚System der Sittenlehre’ von 1798.

Zeitschriftenartikel Dr. Christoph Binkelmann
Jahr: 2006

Darstellung von Fichtes Trieblehre als Stufenleiter zur Entfaltung des Bewusstseins der Freiheit

Rezension von Ulrich Schlösser: ‚Das Erfassen des Einleuchtens. Fichtes Wissenschaftslehre von 1804 als Kritik an der Annahme entzogener Voraussetzungen unseres Wissens und als Philosophie des Gewissseins’. Berlin 2001.

Rezension Dr. Christoph Binkelmann
Jahr: 2006