Transzendentalphilosophie

Die Transzendentalphilosophie entwickelt sich seit Descartes durch die methodische Reflexion auf die konstitutiven Leistungen der Subjektivität, besser gesagt, der für alles Bewusst-Sein kennzeichnenden Subjekt-Objektivität für das Welt- und Selbstverständnis. In der Philosophie Kants erhält die Transzendentalphilosophie eine metaphysikkritische Wende. Gesichertes Wissen muss sich nicht nur an der empirischen Wirklichkeit erweisen, sondern bedarf ebenso der Rückversicherung durch eine transzendentallogisch fundierte Subjektivität, die die begründenden Funktionen der Wirklichkeits- und Moralkonstitution trägt. Im Deutschen Idealismus wurde ausgehend von den Kantischen Annahmen versucht, neue Formen einer kritischen Metaphysik zu entwickeln, die durch rekursiv-dialektische Argumentationsweisen darauf ausgehen, die dogmatischen Gestalten und Inhalte der traditionellen Metaphysik in eine wissenschaftlich, d.h. allgemein nachvollziehbare Form zu bringen. Insbesondere ist hier die Wissenschaftslehre Fichtes zu erwähnen, mit der eine rein transzendental-systematische Metaphysikkonzeption vorliegt. Das Netzwerk legt einen Schwerpunkt auf die Erforschung systematischer Transzendentalphilosophie, um die begrifflichen Instrumentarien der klassischen Philosophie zu erhalten und weiterzuentwickeln und so ihre systematische Leistungsfähigkeit in die gegenwärtigen Diskurse einzubringen.

Wir verweisen auf den vertiefenden Lexikoneintrag Transzendentalphilosophie, an dessen Gestaltung wir Sie herzlich einladen mitzuarbeiten. Senden Sie uns einfach Ihren qualifizierten Beitrag!

Forschungsprojekte

Andersheit um 1800. Figuren – Theorien - Darstellungsformen

Publikationsprojekt Daniela Schmidt, M.A., Elisabeth Johanna Koehn, Johannes-Georg Schülein, Johannes Weiß, Paula Wojcik
Laufzeit: 1.06.2010 - 1.09.2010

Der Sammelband „Andersheit um 1800. Figuren – Theorien – Darstellungsformen“ ist das Ergebnis der Tagung „Alterität und Devianz. Figuren des Anderen und Abwegigen in Literatur und Philosophie um 1800“ vom 11. bis 13. November 2009 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena

August Ludwig Hülsen: Shading New Light on the Early-Romantic Athenäum

Wissenschaftliches Projekt Dr. Ezequiel L. Posesorski
Laufzeit: 1.01.2010 - 1.01.2012

Analyse und Kommentar zu Immanuel Kants ‚Grundlegung zur Metaphysik der Sitten’, Erster und Zweiter Abschnitt. Mit einer Metakritik der Hegel’schen Kritik an Kants Moralphilosophie

Magister / Master / Diplom M. A. Philipp Richter
Laufzeit: 1.01.2010 - 31.08.2010

Systematische Kommentierung der GMS (1. und 2. Abschnitt)

Freiheit am Rande des Idealismus. Das Problem einer Ethik der Autonomie im Anschluss an Kant

Promotion Jörg U. Noller, M.A.
Laufzeit: 1.10.2009 - 31.03.2013

Die avisierte Studie will sich historisch-systematisch dem Problem der moralischen Motivation und der moralischen Zurechenbarkeit in Entwürfen zur Theorie der Freiheit „am Rande des Idealismus“ im unmittelbaren Ausgang von Kants Konzeption einer Vernunftautonomie widmen.

The Foundations of Ernst Cassirer’s Symbolic Idealism

Promotion Nicolaas G. Nuyens, M.A.
Laufzeit: 1.01.2009 - 1.01.2012

Séminaire langage-image

Wissenschaftliches Projekt Dr. Augustin Dumont, Prof. Dr. Laurent Van Eynde, Prof. Dr. Sophie Klimis, Prof. Dr. Isabelle Ost
Laufzeit: 1.01.2009 - 1.01.2012

Gemeinsame Untersuchung über die zahlreichen Zusammenhänge zwischen Sprache und Bild.

Harald Holz, Werkausgabe

Publikationsprojekt Prof. Dr. Harald Holz
Laufzeit: 1.01.2009 - 1.01.2020

geplant: 42 Bände (mit Fortsetzungs-Doppelbänden: 54 Bände (ohne philosophischen Briefwechsel), derzeit 34 Bde. veröffentlicht.

Die Achtung der Vernunft. Zum Verhältnis von Anthropologie und Metaphysik in Kants Theorie des moralischen Gefühls der Achtung

Magister / Master / Diplom Jörg U. Noller, M.A.
Laufzeit: 1.10.2008 - 31.03.2009

Eine historisch-systematische Untersuchung der Kantischen Theorie des moralischen Gefühls der Achtung.

La filosofia trascendentale in questione: la rappresentazione nel pensiero di Salomon Maimon (Die Transzendentalphilosophie in Frage gestellt: der Begriff der Vorstellung im Denken von Salomon Maimon)

Magister / Master / Diplom Lidia Gasperoni, M.A.
Laufzeit: 1.09.2008 - 1.07.2009

Der Arbeit geht es um eine allgemeine Darstellung der Transzendentalphilosophie Salomon Maimons mit besonderer Berücksichtigung der Mathematik und der Relation von Sprache und Denken.

Moralität und Bewusstsein. Die Grenzen der Reflexionsphilosophie

Promotion Arthur Kok, M.A.
Laufzeit: 1.08.2008 - 1.08.2011

Ich untersuche, ob Hegels Begriff des absoluten Geistes den Dualismus zwischen Natur und Freiheit erfolgreich aufhebt. Der absolute Geist als die absolute Selbstverwirklichung der Freiheit fasst nicht bloß die Möglichkeit der Freiheit in Begriffen wie bei Kant, sondern auch ihre Verwirklichung. Der Begriff des absoluten Geistes gibt Hegel eine Möglichkeit, die Kant fehlt. Einerseits ist Kants Philosophie nicht in der Lage zu entscheiden, ob die Phänomene letztlich Illusionen sind oder nicht. Andererseits begründet Kant nicht, warum es trotzdem Gegenstände für uns gibt. Hegels Phänomenologie verspricht uns dagegen die Möglichkeit, die Dinge, wie sie wirklich sind, zu erkennen. Damit zeigt er, dass Phänomene keine Illusionen sind, sondern Substanz haben. Die Frage ist jedoch, ob Hegel seine Erweiterung zum absoluten Wissen gegenüber Kant verteidigen kann. Hat Hegel das Faktum der Vernunft als weitere praktische Begründung der transzendentale Deduktion richtig verstanden? Um dies zu prüfen, vergleiche ich Hegels Phänomenologie des Geistes mit Kants Kritik der praktischen Vernunft.