Transzendentalphilosophie

Die Transzendentalphilosophie entwickelt sich seit Descartes durch die methodische Reflexion auf die konstitutiven Leistungen der Subjektivität, besser gesagt, der für alles Bewusst-Sein kennzeichnenden Subjekt-Objektivität für das Welt- und Selbstverständnis. In der Philosophie Kants erhält die Transzendentalphilosophie eine metaphysikkritische Wende. Gesichertes Wissen muss sich nicht nur an der empirischen Wirklichkeit erweisen, sondern bedarf ebenso der Rückversicherung durch eine transzendentallogisch fundierte Subjektivität, die die begründenden Funktionen der Wirklichkeits- und Moralkonstitution trägt. Im Deutschen Idealismus wurde ausgehend von den Kantischen Annahmen versucht, neue Formen einer kritischen Metaphysik zu entwickeln, die durch rekursiv-dialektische Argumentationsweisen darauf ausgehen, die dogmatischen Gestalten und Inhalte der traditionellen Metaphysik in eine wissenschaftlich, d.h. allgemein nachvollziehbare Form zu bringen. Insbesondere ist hier die Wissenschaftslehre Fichtes zu erwähnen, mit der eine rein transzendental-systematische Metaphysikkonzeption vorliegt. Das Netzwerk legt einen Schwerpunkt auf die Erforschung systematischer Transzendentalphilosophie, um die begrifflichen Instrumentarien der klassischen Philosophie zu erhalten und weiterzuentwickeln und so ihre systematische Leistungsfähigkeit in die gegenwärtigen Diskurse einzubringen.

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Publikationen

Wie entsteht Identität? Individuum, Nation und Europa im politischen Denken J.G. Fichtes

Sammelband Dr. Christoph Binkelmann
Jahr: 2009

»Fiat iustitia, pereat mundis« – Hegels Diskussion Fichtescher Rechtsphilosophie in methodenkritischer Perspektive

noch nicht veröffentlicht Prof. Dr. Patrick Grüneberg
Jahr: 2009

Fichte est-il un ennemi de la societé ouverte?

Sammelbandbeitrag Prof. Dr. Diogo Ferrer
Jahr: 2009

Eine prästabilierte Harmonie in der Kritik der reinen Vernunft?

Zeitschriftenartikel Dr. des Andree Hahmann
Jahr: 2009

Eine Ethik für Endliche. Kants Tugendlehre in der Gegenwart

Rezension Kai U. Gregor, M.A.
Jahr: 2008

Rekapituliert problemanalytisch den Inhalt dieses gelungenen Buches und setzt in den Kontext der Kantforschung.

Grenzen des Zeitgeistes – Zur Ideologizität des naturwissenschaftlichen Weltbildes der Moderne.

Vortragsmanuskript Kai U. Gregor, M.A.
Jahr: 2008

Der Vortrag rekapituliert die im Positivismusstreit ausgetragenen ideologischen Konflikte und erkenntnistheoretischen Auseinandersetzungen zwischen Hermeneutik, Wissenschaftstheorie und hermeneutischer Transzendentalphilosophie, um von dort aus den Reflexionshorizont einer modernen Transzendentalphilosophie zu entwickeln.

Die Reflexibilität der Reflexibilität in der Wissenschaftslehre 1812

Vortragsmanuskript Kai U. Gregor, M.A.
Jahr: 2008

Der Vortrag versucht die Argumentation Fichtes für eine vollständige Reflexibilität des Wissens, wie sie die Wissenschaftslehre 1812 zur Verfügung stellt, nachzuzeichnen und Schlussfolgerungen für die Wissensbegründung daraus abzuleiten.

Die Denkbarkeit des Nichts - Das Nichts bei Fichte

Vortragsmanuskript Kai U. Gregor, M.A.
Jahr: 2008

Der Vortag entwickelt den Begriff des Nichts der Wissenschaftslehre 1812 und zeigt, dass gängige Nihilismusängste und -begriffe auf erkenntnistheoretischen Irrtümern beruhen.

Das Verhältnis von Philosophie und Religion zur Religionsphilosophie Fichtes

Sammelbandbeitrag Prof. Dr. Christoph Asmuth
Jahr: 2008

Der transzendentalgenetische Zugang zur Person

Sammelbandbeitrag Prof. Dr. Patrick Grüneberg
Jahr: 2008