Transzendentalphilosophie

Die Transzendentalphilosophie entwickelt sich seit Descartes durch die methodische Reflexion auf die konstitutiven Leistungen der Subjektivität, besser gesagt, der für alles Bewusst-Sein kennzeichnenden Subjekt-Objektivität für das Welt- und Selbstverständnis. In der Philosophie Kants erhält die Transzendentalphilosophie eine metaphysikkritische Wende. Gesichertes Wissen muss sich nicht nur an der empirischen Wirklichkeit erweisen, sondern bedarf ebenso der Rückversicherung durch eine transzendentallogisch fundierte Subjektivität, die die begründenden Funktionen der Wirklichkeits- und Moralkonstitution trägt. Im Deutschen Idealismus wurde ausgehend von den Kantischen Annahmen versucht, neue Formen einer kritischen Metaphysik zu entwickeln, die durch rekursiv-dialektische Argumentationsweisen darauf ausgehen, die dogmatischen Gestalten und Inhalte der traditionellen Metaphysik in eine wissenschaftlich, d.h. allgemein nachvollziehbare Form zu bringen. Insbesondere ist hier die Wissenschaftslehre Fichtes zu erwähnen, mit der eine rein transzendental-systematische Metaphysikkonzeption vorliegt. Das Netzwerk legt einen Schwerpunkt auf die Erforschung systematischer Transzendentalphilosophie, um die begrifflichen Instrumentarien der klassischen Philosophie zu erhalten und weiterzuentwickeln und so ihre systematische Leistungsfähigkeit in die gegenwärtigen Diskurse einzubringen.

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Publikationen

Goethes Wege zu Kant

Rezension Peter Neumann, M.A.
Jahr: 2013

Jeremy Dunham/Iain Grant/SeanWatson: Idealism. The history of a philosophy

Rezension Jörg U. Noller, M.A.
Jahr: 2011

Indifferente Freiheit. Ein Beitrag über das philosophische Verhältnis von Schelling und Friedrich Schlegel um 1800

Zeitschriftenartikel Dr. Christoph Binkelmann
Jahr: 2011

Der Beitrag vergleicht die philosophischen Systeme von Schelling und Schlegel in ihrer gemeinsamen Jenaer Zeit. Bei beiden drehen sich die Ausführungen um den Begriff der Indifferenz sowie eine Verhältnisbestimmung von Naturphilosophie und Geist- bzw. Transzendentalphilosophie, von Spinoza und Fichte, in deren Mittelpunkt die menschliche Freiheit steht.

Leben und leben lassen. Zum Stellenwert der Philosophie zwischen Lebenswissenschaften und Lebenswelt

Sammelbandbeitrag Dr. Christoph Binkelmann
Jahr: 2010

Der Beitrag versucht die Aktualität der Transzendentalphilosophie Fichtes für eine moderne Bestimmung des Lebensbegriffs fruchtbar zu machen, wie er sowohl in der Bezeichnung der Lebenswelt als auch in den modernen Lebenswissenschaften Verwendung findet. Er umfasst die Spannweite kulturellen und natürlichen Lebens. Am Ende wird eine Ethik des Lebens und Leben-Lassens skizziert.

La forza dell’immagine. Argomentazione trascendentale e ricorsività nella filosofia di J.G. Fichte

Monographie Dr. Alessandro Giovanni Bertinetto
Jahr: 2010

Dieter Henrich: Denken und Selbstsein. Vorlesungen über Subjektivität

Rezension Jörg U. Noller, M.A.
Jahr: 2010

Der Weg zum absoluten Wissen. Die Funktion der Prolegomena in der Wissenschaftslehre 1804/II

Sammelbandbeitrag Dr. Christoph Binkelmann
Jahr: 2009

Der Artikel fragt nach Umfang und Anspruch der Selbstbegründung der Wissenschaftslehre von 1804 (zweiter Vortrag) in Bezug auf das Anfangsproblem.

‚Die absolute Relation ist das Licht’. Urteil, Licht und Sein in Fichtes Erlanger Wissenschaftslehre

Zeitschriftenartikel Dr. Christoph Binkelmann
Jahr: 2009

In der Erlanger Wissenschaftslehre entwickelt Fichte ein Theorie des Urteils, die ein alternatives Konzept zu Hegels spekulativem Satz darstellt.

Seinssuche. Fichte – Heidegger – Fichte

Zeitschriftenartikel Dr. Christoph Binkelmann
Jahr: 2009

Trotz vehementer Kritik an der Subjektivitätsphilosophie Fichtes finden sich viele Einflüsse davon in Heideggers Seinsdenken wie in seinen Vorlesungen zum deutschen Idealismus deutlich wird. Nach Darstellung von Heideggers Kritik an Fichtes Frühphilosophie zeigt der Aufsatz, dass und wie der späte Fichte dieser Kritik entgeht.

Das Mehr in mir. Die Willkür in der Identitätsbildung nach Fichte

Sammelbandbeitrag Dr. Christoph Binkelmann
Jahr: 2009

In seinen »Reden an die deutsche Nation« entwickelt Fichte ein Programm der Volks- und Individualerziehung zur Identitätsstiftung. Neben der inhaltlichen Bestimmung der Identität betont er dabei aber zugleich das Moment der Willkür, das notwendig für jede freie Identitätsbildung ist.