Wissenschaftstheorie
Wissenschaftstheorie bezeichnet im allgemeinsten Sinne die theoretische Reflexion auf Grundlagen, Methoden und Zielsetzungen der Wissenschaft, insofern sie auf gültige Erkenntnis gerichtet ist. Sie ist von Disziplinen wie Wissenschaftsgeschichte, Wissenschaftssoziologie, Wissenschaftspsychologie und Wissenschaftspolitologie zu unterscheiden, da diese sich nur auf vergangene oder gegenwärtige Wissenschaftspraxis beziehen. Gewöhnlich setzen moderne wissenschaftstheoretische Ansätze die Unterscheidung zwischen Natur- und Geisteswissenschaften voraus, schreiben aber nur den empirischen Verfahren der Naturwissenschaften (Fallibilismus) eine objektive Erkenntnisfunktion zu. Das Netzwerk ist vor allem an systematisch-epistemologischen Ansätzen interessiert, die die Unterscheidung zwischen Natur- und Geisteswissenschaften sowie die Voraussetzung der Empirie als legitimativer Letztinstanz kritisch reflektieren und stärker die konstitutiven Momente der Subjektivität herausstellen.
Wir verweisen auf den vertiefenden Lexikoneintrag Wissenschaftstheorie, an dessen Gestaltung wir Sie herzlich einladen mitzuarbeiten. Senden Sie uns einfach Ihren qualifizierten Beitrag!
Forschungsprojekte
Die Logik der Vernunft: Die dritten Momente in der Logik Kants.
Eine logische Diskussion der kantischen Logik anhand der dritten Moments der Urteilstafel mit entwicklungsgeschichtlichem Schwerpunkt.
Philosophy and Performativity
Überlegungen über die vielfachen philosophischen Gebräuche der Performativität, und Auseinandersetzungen mit Ästhetik, Filmtheorien, Bildtheorien und Sprachtheorien.
Organismus der Zeiten. Zur Eigenzeit des Lebendigen im Ausgang von Schellings Weltalter-Fragmenten
Ob dem Individuum eine adäquate Beurteilung in Raum und Zeit zu Teil werden kann, ist ein grundlegendes Problem, das sich aus den Aporien des transzendentalen Idealismus ergibt. Schellings Theorie der ‚organischen Zeit’ versucht das Verhältnis von Begriff und Anschauung neu zu bestimmen und auf diese Weise eine betont lebenspraktische Antwort auf die Individuationsproblematik zu geben.
„Ich halte viel aufs Schauen“. Goethes Konzeption des ‚anschauenden Denkens’
Wo Kant Begriff und Anschauung kategorial voneinander trennt, versucht Goethe ihre Einheit über die Praxis der Naturforschung einzuholen. Die Methodologie seines ‚anschauenden Denken’ lässt sich als eigenständiger Beitrag zum Problembestand der nachkantischen Philosophie verstehen.
August Ludwig Hülsen: Shading New Light on the Early-Romantic Athenäum
Translating Doping - Doping übersetzen
»Translating Doping - Doping übersetzen« ist ein dreijähriges transdisziplinäres Verbundprojekt. Ausgehend von einer Anschubfinanzierung am Institut für Sportwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin (Frau Dr. des. Benedetta Bisol) und unter initialer Begleitung durch Frau Dr. des. Antje Stache sowie der Forschungsgruppe der Technischen Universität Berlin entwickelten beide Verbundpartner ein Forschungskonzept, das in der Ausschreibung des BMBF Übersetzungsfunktionen der Geisteswissenschaften“ erfolgreich war.
Séminaire langage-image
Gemeinsame Untersuchung über die zahlreichen Zusammenhänge zwischen Sprache und Bild.
Vernunftsystem und Irrationalität - Die Funktionen des Grenzbegriffs des Irrationalen zwischen Epistemologie und Ideologie in den Systemphilosophien zwischen 1808 und 1818
Die Dissertation untersucht die intime Verbundenheit von Vernunftsystem und dem Irrationalen an drei exemplarischen Entwürfen des Deutschen Idealismus: Fichtes wissenschaftliches System vollendet evidenter Selbstdurchsichtigkeit der Vernunft, Schellings monistische Existenzialanalyse der Freiheit und Schopenhauers Metaphysik eines irrationalen Lebenswillens. Die Arbeit untersucht in systematischer Interpretation, wie die Probleme des systemimmanenten Totalitätsanspruchs, der Verbindung von System und Irrationalität und einer systembedingenden Grundentscheidung jeweils thematisiert, begründet und überwunden werden. Dadurch werden entscheidende Fragestellungen der Moderne (Totalitarismus, Ideologie, Vernunftpessimismus) systematisch als auch historisch beleuchtet.
Probleme eines reduktionistischen Naturalismus
Die Arbeit beschäftigt sich mit den begrifflichen Problemen, an denen reduktionistische Naturalismen scheitern müssen.
Projektives Bewusstsein. Th. Metzingers Selbstmodelltheorie und J.G. Fichtes Wissenschaftslehre
Das Ziel des Dissertationsprojektes besteht in einer methodenkritischen Diskussion des Verfahrens der Objektivation, so wie dieses insbesondere in naturalistisch geprägten Erklärungsansätzen des Bewusstseins zum Zuge kommt. Geprüft werden soll, inwiefern dieses Verfahren dem Bewusstsein gerecht zu werden vermag. Diese kritische Bestandsaufnahme bildet den Ausgangspunkt für die Entwicklung einer idealrealistischen Dialektik.


