Wissenschaftstheorie
Wissenschaftstheorie bezeichnet im allgemeinsten Sinne die theoretische Reflexion auf Grundlagen, Methoden und Zielsetzungen der Wissenschaft, insofern sie auf gültige Erkenntnis gerichtet ist. Sie ist von Disziplinen wie Wissenschaftsgeschichte, Wissenschaftssoziologie, Wissenschaftspsychologie und Wissenschaftspolitologie zu unterscheiden, da diese sich nur auf vergangene oder gegenwärtige Wissenschaftspraxis beziehen. Gewöhnlich setzen moderne wissenschaftstheoretische Ansätze die Unterscheidung zwischen Natur- und Geisteswissenschaften voraus, schreiben aber nur den empirischen Verfahren der Naturwissenschaften (Fallibilismus) eine objektive Erkenntnisfunktion zu. Das Netzwerk ist vor allem an systematisch-epistemologischen Ansätzen interessiert, die die Unterscheidung zwischen Natur- und Geisteswissenschaften sowie die Voraussetzung der Empirie als legitimativer Letztinstanz kritisch reflektieren und stärker die konstitutiven Momente der Subjektivität herausstellen.
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Publikationen
Grenzen des Zeitgeistes – Zur Ideologizität des naturwissenschaftlichen Weltbildes der Moderne.
Der Vortrag rekapituliert die im Positivismusstreit ausgetragenen ideologischen Konflikte und erkenntnistheoretischen Auseinandersetzungen zwischen Hermeneutik, Wissenschaftstheorie und hermeneutischer Transzendentalphilosophie, um von dort aus den Reflexionshorizont einer modernen Transzendentalphilosophie zu entwickeln.
Die Reflexibilität der Reflexibilität in der Wissenschaftslehre 1812
Der Vortrag versucht die Argumentation Fichtes für eine vollständige Reflexibilität des Wissens, wie sie die Wissenschaftslehre 1812 zur Verfügung stellt, nachzuzeichnen und Schlussfolgerungen für die Wissensbegründung daraus abzuleiten.
Der transzendentalgenetische Zugang zur Person
Fichtes transzendentalphilosophische Methode und die Leib-Seele- / Körper-Geist-Dichotomie
Beitrag zum kooperativen Kommentar zur Wissenschaftslehre 1810 von Johann Gottlieb Fichte.
Es handelt sich um das seit 2001 laufende Projekt, die späten wissenschaftlichen Schriften Fichtes zu sichten und innerhalb eines kooperativen Kommentars zu beschreiben, um diese hermetischen Texte der philosophischen Öffentlichkeit zu erschließen.
Wie das Subjekt aufs Fahrrad kommt
Interpretation – Transformation. Das Platonbild bei Fichte, Schelling, Hegel, Schleierma-cher und Schopenhauer und das Legitimationsproblem der Philosophiegeschichte. Habili-tationsschrift, Göttingen 2006.
Das Verhältnis der Philosophie zu ihrer Geschichte ist – zumindest seit dem beginnenden 19. Jahrhundert – ein facettenreiches Problem: Die Vergänglichkeit philosophischer Positionen widerspricht dem Anspruch auf überzeitliche Geltung. Das Buch untersucht zunächst dieses Verhältnis, indem es konkret fünf exemplarische Positionen vorstellt, wie sich Philosophen zu einem Autor der Vergangenheit, nämlich dem antiken Autor Platon, verhalten. Dabei spannt die Untersuchung einen Bogen von J.G. Fichte, der Platon in den Dienst seines eigenen Pro-jektes, der Wissenschaftslehre stellt, über F.W.J. Schelling, der eine kantianische Transforma-tion Platons vornimmt, über G.W.F. Hegel, der Platon einspannt in die Entwicklung der eige-nen dialektischen Philosophiegeschichte, über Schleiermacher, der mit philologischem In-strumentarium Platon zu einem philosophischen Künstler stilisiert, bis zu Schopenhauer, der Platon integriert in die Vorgeschichte der Entdeckung eines blinden Weltwillens. Durch die Reflexion auf diese exemplarischen und selbst der Philosophiegeschichte angehörenden Posi-tionen ergibt sich der zweite, der systematische Teil des Buches. Interpretation und Trans-formation sind integrale Momente aller Beziehung der Philosophie auf ihre Geschichte. Das Spannungsfeld von Historismus und systematischem Philosophieren formiert einen dynami-schen Prozeß im Horizont der geschichtlich-kulturellen Selbstverständigung.
Die Wissenschaftslehre und ihre derivativen Disziplinen
Der Vortrag versucht eine Plausibilisierung der höchst abstrakten Argumentationsebene der Fichte`schen Wissenschaftslehre durch Hinzuziehung ihres Verhältnisses zu den angewandten Disziplinen.
Bild – Negation – Kreativität
Beitrag für den kooperativen Kommentar zur Transzendentalen Logik I von 1812 von Johann Gottlieb Fichte
Es handelt sich um das seit 2001 laufende Projekt, die späten wissenschaftlichen Schriften Fichtes zu sichten und innerhalb eines kooperativen Kommentars zu beschreiben, um diese hermetischen Texte der philosophischen Öffentlichkeit zu erschließen.


