Wissenschaftstheorie
Wissenschaftstheorie bezeichnet im allgemeinsten Sinne die theoretische Reflexion auf Grundlagen, Methoden und Zielsetzungen der Wissenschaft, insofern sie auf gültige Erkenntnis gerichtet ist. Sie ist von Disziplinen wie Wissenschaftsgeschichte, Wissenschaftssoziologie, Wissenschaftspsychologie und Wissenschaftspolitologie zu unterscheiden, da diese sich nur auf vergangene oder gegenwärtige Wissenschaftspraxis beziehen. Gewöhnlich setzen moderne wissenschaftstheoretische Ansätze die Unterscheidung zwischen Natur- und Geisteswissenschaften voraus, schreiben aber nur den empirischen Verfahren der Naturwissenschaften (Fallibilismus) eine objektive Erkenntnisfunktion zu. Das Netzwerk ist vor allem an systematisch-epistemologischen Ansätzen interessiert, die die Unterscheidung zwischen Natur- und Geisteswissenschaften sowie die Voraussetzung der Empirie als legitimativer Letztinstanz kritisch reflektieren und stärker die konstitutiven Momente der Subjektivität herausstellen.
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Lehrveranstaltungen
Einführung in Hans Blumenbergs Metaphorologie
Das Seminar versteht sich als grundlegende Einführung in das Denken Hans Blumenbergs. Die leitende Fragestellung ist, welche systematische Relevanz Poetik, Metaphorik und Rhetorik für eine heutige Wissenschaftstheorie haben.
Wissenschaftstheorie und Ethik in den Gesundheitswissenschaften
Klassische Deutsche Philosophie
Texte zum Skeptizismus von der Antike bis heute
Der Zweifel an der Möglichkeit und/oder Wirklichkeit von Wissen gehört seit der Antike zu den Grundzügen der Philosophie im Allgemeinen und dem Skeptizismus im Besonderen. Bis heute haben sich unzählige verschiedene Varianten des Skeptizismus herausgebildet. Sie unterscheiden sich entweder in ihrem wissenschaftlichen Status – als Theorie oder Lebensweise; oder in ihrem Gegenstandsbereich: ontologischer, epistemologischer, ethischer etc. Skeptizismus. Daraus ergeben sich die näheren Themen des Skeptizismus: die Existenz oder Erkennbarkeit der Außenwelt, des Fremdpsychischen, der Zweifel an der Rechtfertigung der Induktion, an der Realität der Vergangenheit etc. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit unternimmt das Seminar einen kursorischen Galopp durch die Geschichte des Skeptizismus von der Antike bis heute, der insbesondere die Themenvielfalt, aber auch mögliche Gemeinsamkeiten der skeptischen Positionen beleuchten soll.
David Humes „Traktat über die menschliche Natur“, Erstes Buch, Über den Verstand
Im Lektürekurs sollen folgende zentrale Auszüge aus dem ersten Buch des Traktats über die Menschliche Natur gemeinsam gelesen und diskutiert werden, wobei teilweise auch der englische Originaltext mit hinzugezogen werden soll: Erster Teil: Vorstellung (1.-7. Abschnitt); Zweiter Teil: Raum und Zeit (6. Abschnitt); Dritter Teil: Kausalität (1.-7.; 14. Abschnitt); Vierter Teil: Skeptizismus (1., 2., 6., 7. Abschnitt; Appendix)
J. G. Fichte: Über den Begriff der Wissenschaftslehre
Das Seminar richtet sich an alle interessierten Philosophiestudenten, die sich im Grundstudium befinden. Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit sowie zur Übernahme eines Stundenprotokolls.
Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft
Leib und Seele – Körper und Geist. Historisch-systematische Rekonstruktion eines Gegensatzes
Publikationen
Das Ich-Programm. Ein Versuch zur Ersten Person
Fahrrad - Person - Organismus. Konstruktion menschlicher Körperlichkeit
Der vorliegende Band versammelt Beiträge, die die Konstruktivität wissenschaftlicher Theoriebildung in ihrem Verhältnis zur Körperlichkeit des Menschen thematisieren.


