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Auf diesen Seiten finden Sie alle wissenschaftlichen und akademischen Aktivitäten des Netzwerks. Eine detaillierte Datenbank mit einer systematischen Übersicht über die behandelten philosophischen Arbeitsgebiete, Forschungsprojekte, Lehre, Veranstaltungen, Publikationen und Profile jedes Mitglieds ermöglicht eine umfassende Information über den Forschungs- und Diskussionsstand zur klassischen deutschen Philosophie in historischer und systematischer Perspektive. Ziel ist es, die Anliegen der Transzendentalphilosophie sowohl strategisch als auch systematisch zu unterstützen und zu stärken.
Veranstaltungen
Hier finden Sie Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen im Rahmen des Internationalen Forschungsnetzwerks Transzendentalphilosophie / Deutscher Idealismus. Wir freuen uns, wenn Sie uns interessante Veranstaltungstermine mitteilen: aktuelles@a-priori.eu
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Transzendentalphilosophie XI - Schellings »Philosophie der Kunst«
»Der ist noch sehr weit zurück, dem die Kunst nicht als ein geschlossenes, organisches und ebenso in allen seinen Theilen nothwendiges Ganzes erschienen ist, als es die Natur ist. Fühlen wir uns unaufaltsam gedrungen, das innere Wesen der Natur zu schauen, und jenen fruchtbaren Quell zu ergründen, der so viele große Erscheinungen mit ewiger Gleichförmigkeit und Gesetzmäßigkeit aus sich herausschüttet, wie viel mehr muß es uns interessiren, den Organismus der Kunst zu durchdringen, in der aus der absoluten Freiheit sich die höchste Einheit und Gesetzmäßigkeit herstellt, die uns die Wunder unseres eignen Geistes weit unmittelbarer als die Natur erkennen läßt.« Diese Sätze aus der Einleitung der »Philosophie der Kunst« markieren Anspruch und Ambition der Philosophie Schellings. Sie charakterisieren die Kunst als ein Ganzes, als die objektive Entsprechung der Philosophie und als Gegenstück zur Natur. Kunst und Philosophie begegnen sich auf Augenhöhe und durchdringen sich wechselseitig. Der Kurs will dem Text in kritischer Distanz folgen. Besonderes Augenmerk gilt der Grundlegung und der Systematik der »Philosophie der Kunst«. An ausgewählten Beispielen sollen die gewonnenen Einblicke exemplifiziert werden. Vorträge und Referate sind herzlich willkommen.
Vernunft und Anschauung beim späten Fichte
„Bevormundung, Gefühllosigkeit, Einförmigkeit, Unterdrückung von Differenz assoziieren wir heute mit dem Ausdruck »Vernunft« weit eher als jene Befreiung aus Unmündigkeit, jenes beharrliche Anmahnen menschenwürdiger Verhältnisse, jene zwanglose Orientierung zum Besseren, die der »Menschenvernunft« einst von der Aufklärung zugetraut wurden.“ Diese wenigen, aus der Einleitung des Bandes Die eine Vernunft und die vielen Rationalitäten entnommenen Zeilen kennzeichnen sehr treffend die Situation, in welche das Reflektieren über Begriff, Vermögen und Reichweite der Vernunft aktuell gestellt ist: Lässt sich der auf eine grundsätzliche Akzeptanz des Vernunftkonzepts orientierte, untrennbare Zusammenhang von Vernunft und Kritik bis ins antike Griechenland zurückverfolgen, sieht sich das aktuelle Reflektieren auf die Vernunft seit dem 19. Jahrhundert mit Ansätzen fundamentaler Vernunftkritik konfrontiert, die besagtem Vermögen ein Streben nach Vereinheitlichung und Nivellierung des Heterogenen, Differenten, Anderen unterstellen und infolgedessen auf eine vollständige Entthronung der Vernunft abzielen.
Im Zuge der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Spielarten einer derartigen Fundamentalkritik wurden diverse Versuche zur Rehabilitierung dieses für die Philosophie grundlegenden Begriffes unternommen. Ob in Habermas’ Projekt der unvollendeten Moderne oder in Schnädelbachs Versuch, der fundamentalen Vernunftkritik eine als Theorie der Rationalität auftretende Philosophie entgegenzustellen, meist weicht der Ausdruck „Vernunft“ in diesen Versuchen demjenigen der „Rationalität“, und an die Stelle der traditionellen, auf Einheit angelegten Vernunftkonzepte tritt eine Pluralität von Rationalitätstypen, deren interner Zusammenhang bis heute fraglich ist.
Was mit dieser Entwicklung verloren geht, ist das Ganze, das mit dem Begriff der Vernunft einmal verbunden war. – Ein Verlust, der v. a. angesichts des Umstandes beklagenswert ist, dass der Begriff der Vernunft zu den Begriffen gehört, mittels derer sich der Mensch auf sich selbst bezieht, interpretiert und orientiert. Kaum ein Philosoph hat dies so deutlich gesehen wie Johann Gottlieb Fichte, der dieser Einsicht Ausdruck verleiht, indem er sein Vernunftkonzept mit dem Begriff des Selbstbewusstseins konnotiert. Was Fichte im Blick hat, ist eine Vernunft, die auf ein Ganzes hin orientiert ist und die insofern nur intuitiv vergewissert werden kann, weshalb das begrifflich-rationale Denken, das zumeist die eigentliche Zielscheibe der radikalen Vernunftkritik bildet, nicht deren primären Modus darstellt. Birgt die Philosophie Fichtes also Potentiale, die für das gegenwärtige Reflektieren auf den Begriff der Vernunft fruchtbar gemacht werden könnten oder verfällt auch sie dem Diktum der uniformierenden, selbstmächtigen Vernunft, die alles Differente zu beherrschen strebt? Ziel der Tagung ist es, diese Frage ausführlich zu diskutieren, wobei insbesondere das Vernunftkonzept und mit ihm das Konzept der Anschauung in der Spätphilosophie Fichtes im Mittelpunkt des Interesses stehen soll.


